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Klimasignale in der Erdrotation: Auswirkung auf die Interpretation von Variationen der Erdrotations-Parameter und ihre Vorhersage

Antragstellerin Dr.-Ing. Laura Jensen
Fachliche Zuordnung Geodäsie, Photogrammetrie, Fernerkundung, Geoinformatik, Kartographie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 563754750
 
Obwohl die Erdrotation gleichförmig erscheint, weist sie Schwankungen auf, die durch Prozesse in der Atmosphäre, den Ozeanen, der Hydrosphäre und der Lithosphäre verursacht werden. Diese Schwankungen werden mit Erdorientierungsparametern (EOP) beschrieben, wie z. B. Polbewegung und Differenz zwischen Weltzeit und koordinierter Weltzeit. Kenntnisse über EOP sind entscheidend für die Ausrichtung astronomischer Instrumente, die Planung von Weltraummissionen, die Zeitmessung und die genaue Positionierung auf der Erde und im Weltraum. EOP sind auch aufschlussreich bei der Erforschung der Dynamik des Erdsystems. Einige Anwendungen erfordern nicht nur genaue EOP-Beobachtungen, sondern auch Vorhersagen. Prozesse im Zusammenhang mit dem Klimawandel, wie das Abschmelzen von Gletschern, Veränderungen des Meeresspiegels und Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation, tragen zur Umverteilung der Masse auf der Erde bei und beeinflussen somit ihre Rotationsdynamik. Ziel dieses Projekts ist es, den Einfluss von Klimasignalen auf die EOP-Variabilität zu analysieren und Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Modellierung und Vorhersage zu erforschen. Durch die Nutzung von Daten aus Satellitenmissionen (GRACE/GRACE-FO), Klimamodellen (aus CMIP6) und geophysikalischen Modellen werden wir untersuchen, wie sich Phänomene wie El-Niño, Gletscherschmelze und Veränderungen der terrestrischen Wasserspeicherung auf die Erdrotation auswirken. Das Hauptziel des Projekts besteht darin, zu bewerten, inwieweit EOP-Variationen als Indikatoren für den Klimawandel genutzt werden können. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie geophysikalische Prozesse die Genauigkeit der derzeitigen EOP-Vorhersagen beeinflussen, und wie diese insbesondere durch eine Verfeinerung der Modellierung der Drehimpulsbeiträge verbessert werden können. Zu den erwarteten Ergebnissen gehören die Verbesserung der geophysikalischen Modelle, eine höhere Genauigkeit der EOP-Vorhersagen und ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Erdrotationsdynamik. Das Projekt wird in Zusammenarbeit zwischen drei polnischen Instituten und dem Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) durchgeführt.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Polen
Kooperationspartnerin Professorin Dr. Jolanta Nastula
 
 

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