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Prädiktiver Wert von Ruhe-Aktivitäts- und Lichtexpositionsmustern für postoperatives Delir: Untersuchung potenzieller Präventionsstrategien
Antragstellerinnen
Professorin Luísa Klaus Pilz, Ph.D.; Professorin Dr. Claudia Spies
Fachliche Zuordnung
Anästhesiologie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 563854204
Das circadiane System erzeugt 24-Stunden-Rhythmen, die physiologische Prozesse koordinieren und die innere Funktion an die äußere Zeit anpassen. Es funktioniert durch die Einstimmung interner, selbst-erhaltender Oszillatoren auf Zeitgeber, wobei der Licht-Dunkel-Zyklus der wichtigste ist. Moderne Lebensstile verringern die Tageslichtexposition und erhöhen die nächtliche Beleuchtung, was den Hauptzeitgeber schwächt und oft zu späteren Chronotypen und höherer circadianer Fehlanpassung führt. Circadiane Fehlanpassung wird häufig anhand von Ruhe-Aktivitäts-Rhythmen geschätzt. Aktimeter mit Lichtsensoren ermöglichen die langfristige Verfolgung von Licht und Aktivitätsmustern in realen Umgebungen. Der Phasenwinkel zwischen DLMO und Schlafbeginn ist ein weiteres Maß für circadiane Fehlanpassung. Neuere, weniger aufwendige Methoden wie BodyTime ermöglichen die Vorhersage von DLMO anhand einer einzigen Blutprobe und eignen sich gut für Feldstudien. und sind praktisch für Feldstudien. Delirium tritt häufig nach Operationen auf (postoperatives Delirium, POD), was zu langfristigen kognitiven und funktionellen Beeinträchtigungen führen kann. Laut DSM-5 liegt die Prävalenz von POD bei 15%-53% bei älteren Menschen. Obwohl die Ätiologie multifaktoriell ist, wird die circadiane Störung zunehmend als potenzieller Risikofaktor angesehen. POD-Patienten haben gestörte Melatonin- und Cortisolrhythmen. Interventionen wie Lichttherapie zeigen ermutigende Ergebnisse bei der Verringerung des Deliriumrisikos. Die Evidenz zu präoperativen circadianen Fehlanpassungen ist jedoch begrenzt. Unser Ziel ist es, zu untersuchen, ob circadiane Störungen postoperative Ergebnisse, insbesondere Delirium, vorhersagen. Wir vermuten, dass unregelmäßige Ruhe-Aktivitäts-Muster, geringere Lichtamplitude und eine veränderte Phasenbeziehung zwischen circadianer Phase und Schlafbeginn mit POD assoziiert sind. Ergebnisse, die circadiane Störungen als Risikofaktor bestätigen, könnten den Weg für präventive Strategien zum Schutz des alternden Gehirns vor perioperativem Stress ebnen. Wir werden testen, i) ob circadiane Fehlanpassungen mit Delirium verbunden sind und ii) die Machbarkeit von Empfehlungen zur Reduzierung dieser Störungen vor der Operation prüfen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
