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Vorteile der Luftschadstoffreduzierung bei Kohleverbrennungsanlagen und daraus resultierende Verbesserungen der Luftqualität auf die Gesundheit der Atemwege und mentale Gesundheit
Antragstellerin
Professorin Dr. Tamara Schikowski
Fachliche Zuordnung
Epidemiologie und Medizinische Biometrie/Statistik
Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564133698
Luftverschmutzung ist eine der Hauptursachen für Krankheiten und Todesfälle. In der Europäischen Union haben nur 2 % der Bevölkerung Zugang zu sauberer Luft. In Westeuropa ist ein Rückgang der Luftverschmutzung zu verzeichnen, in Osteuropa noch immer ein signifikantes Problem. Luftverschmutzung ist ein transnationales Problem. Die von Polen ausgehende Luftverschmutzung hat Auswirkungen auf die Nachbarstaaten. Es gibt kein Organsystem im menschlichen Körper, das nicht durch Luftverschmutzung geschädigt wird. Es ist bekannt, dass die Atemwege das erste Ziel sind und dass die Schäden durch lokale Entzündungsmechanismen und oxidativen Stress verursacht werden. Eine der Folgen ist eine beschleunigte Abnahme der Lungenfunktion. Dies ist umso alarmierender, als die Lungenfunktion ein Indikator für die Lebenserwartung und den allgemeinen Gesundheitszustand ist. Feinstaub (PM 2,5) gelangt in den Blutkreislauf und kann so jeden Teil des Körpers erreichen, auch das Gehirn. Luftverschmutzung beschleunigt die Alterung der Bevölkerung der Europäischen Union, überfordert das Gesundheitssystem und schränkt die Lebensqualität erheblich ein. Dies kann zu einer beschleunigten Neurodegeneration führen. Es besteht ein begrenztes Wissen darüber, wie sich bessere Luftqualität auf Gesundheit und Langlebigkeit auswirkt. Außerdem ist die Kenntnis unzureichend, inwiefern andere Umweltfaktoren und Lebensstilfaktoren die Auswirkungen der Luftverschmutzung verstärken oder abschwächen. Das deutsch-polnische Verbundprojekt untersucht den Gesundheitszustand vulnerabler alternder Bevölkerungsgruppen in Deutschland und Polen. Ziel ist es, festzustellen, ob Menschen mit ähnlichen Lebensumständen aufgrund von Luftverschmutzung mehr Gesundheitsprobleme haben und anders altern. Dafür werden die Kohortenstudien SALIA und NAKO genutzt und eine identische Methodik angewandt, um eine Ausgangsbasis für eine neue polnische Kohorte älterer Menschen ab 65 Jahren zu schaffen. Die Studie orientiert sich an deutschen Kohortenstudien. Sie untersucht Bewohner der stark verschmutzten schlesischen Kohlereviere und des saubereren Dreistadtgebiets. Die Lungenfunktion wird mittels Spirometrie untersucht, die kognitive Funktion mit standardisierten Fragebögen. Die Berechnung der Umweltbelastung erfolgt mit der EU-weit etablierten EXPANSE-Methode. Der Gesundheitszustand wird anhand der deutschen und polnischen Kohorten verglichen. Außerdem werden Register genutzt, um die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf Atemwegserkrankungen und neurologische Erkrankungen zu berechnen. Das Projekt liefert neue Ansätze zur Risikoabschätzung und eine Evidenzbasis für zukünftige Präventionsstrategien in Polen. Die Reduzierung der Luftverschmutzung in Polen wirkt sich auch auf die grenzüberschreitende Luftverschmutzung in Deutschland aus. Die polnischen Projektpartner haben Erfahrung mit Epidemiologie der Luftverschmutzung, die durch die Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern vertieft werden kann.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Polen
Mitverantwortlich
Professor Artur Badyda, Ph.D.
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Privatdozent Dr. Grzegorz Dziubanek, Ph.D.; Professorin Dr. Iana Markevych, Ph.D.
