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Lateralität und Cognitive Bias: Nicht-invasive Indikatoren für das Tierwohl in der Entwicklung von Jungpferden (Equus caballus)
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professorin Dr. Konstanze Krüger; Professor Dr. Volker Stefanski
Fachliche Zuordnung
Tierzucht, Tierernährung, Tierhaltung
Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Kognitive, systemische und Verhaltensneurobiologie
Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Kognitive, systemische und Verhaltensneurobiologie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564183104
Der Bedarf für non-invasive Indikatoren für Tierwohlanalysen steigt sowohl in der Öffentlichkeit als auch im wissenschaftlichen Kontext, da zunehmend Forschungsansätze mit minimalem Einfluss auf das Wohlergehen der Tiere benötigt werden. Verhaltensbeobachtungen, wie eine Verschiebung in der sensorischen und motorischen Lateralität, welche durch stressbedingte Verschiebungen in der Informationsverarbeitung der Großhirnhälften verursacht wird, sowie die die Darstellung eines Cognitive Bias, einer Verschiebung in der pessimistischen oder optimistischen Wahrnehmung, werden hierfür in Verbindung mit nicht-invasiv erhobenen physiologischen Parametern als besonders geeignet angesehen. Jedoch wurde der Status der Lateralität und des Cognitive Bias von Tieren nach der Geburt sowie dessen Entwicklung im frühen Lebensalter bisher nicht ausreichend beleuchtet und stellt deshalb das Ziel der beantragten Studie dar. Diese Studie zielt auf Erkenntnisgewinn zu drei aktuell debattierten Ansätzen ab: a) Ist die Lateralität und ein Cognitive Bias nach der Geburt bei Pferden (Equus caballus), einer precocialen Spezies, bereits ausgebildet, b) verursacht Stress im frühen Alter der Pferde eine Verschiebung in der sensorischen und motorischen Lateralität sowie im Cognitive Bias, und c) verändern sich die Lateralität und der Cognitive Bias unter Einwirkung der jeweiligen Stressfaktoren nach der Geburt bis zum 18. Lebensmonat stufenförmig und kontinuierlich zunehmend, oder wellenförmig mit Erholungspausen zwischen den Stressoren? Die Veränderungen sollten sich anhand physiologischer Stressparameter, insbesondere von fäkalen Glucocorticoid-Metaboliten und fäkalem Calprotectin, darstellen lassen. Das beantragte Projekt basiert auf einer vorangehenden wissenschaftlichen Studie an dreijährigen Pferden in Zusammenarbeit beider Antragsteller*innen mit dem Haupt- und Landgestüt Marbach. Für den vorliegenden Ansatz sollen 48 Pferde von Geburt bis zum 18. Lebensmonat untersucht werden. Die Studie wird eine Gruppe von Tieren mit niedriger Stressexposition untersuchen, welche nur unabdingbaren Stressoren wie dem Absetzen von der Mutter und einem Ortswechsel ausgesetzt sind, sowie eine Gruppe von Tieren mit erhöhtem Stress, in der die Tiere mit einer Gestütsshow, dem Absetzen von der Mutter und einem Ortswechsel mit Transport konfrontiert werden. Alle drei Monate, sowie begleitend zu den Stressevents, werden 20-minütige, durchgehende, "all occurence sampling" Videoaufnahmen der sensorischen und motorischen Lateralität sowie des Sozialverhaltens aufgenommen. Zusätzlich werden aus Kotproben Glucocorticoid-Metaboliten und Calprotectin bestimmt. Den Cognitive Bias werden wir im 6., 12. und 18. Lebensmonat der Pferde analysieren. Die anonymisierten Daten werden auf dem Universitätsserver abgelegt, anhand eines RDMO-Datenmanagementplans verwaltet und schließlich in einem Datenarchiv veröffentlicht. Für eine statistische Analyse werden wir das R statistical environment verwenden.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
