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Management, Versorgung und Mobilität von Equiden im nordwestlichen Römischen Reich

Antragstellerin Dr. Maaike Groot
Fachliche Zuordnung Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Klassische, Provinzialrömische, Christliche und Islamische Archäologie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564558860
 
Pferde und Maultiere waren für das Römische Reich von entscheidender Bedeutung: Sie wurden von der Armee zur Eroberung von Gebieten und zum Transport von Gütern eingesetzt, sie ermöglichten eine schnelle Kommunikation im militärischen und zivilen Bereich, wurden im Alltag zur Arbeit eingesetzt und teilweise auch verzehrt. Darüber hinaus wird für einige Regionen in den nordwestlichen Provinzen eine spezialisierte Pferdezucht vermutet. Dennoch gibt es noch viele Fragen zu den Equiden in der römischen Zeit. So ist unklar, wie die römische Armee mit Equiden versorgt wurde. Auch die Logistik im Zusammenhang mit ihrer Ernährung (Weiden und Futter) ist noch ungeklärt. Zudem ist die Pferdezucht in den zentralen Niederlanden längst nicht bewiesen. Die Mechanismen, die die Optimierung der Pferde bewirkten, die sich in einer Zunahme der Größe niederschlugen, sind ebenfalls unklar. Während der Nahrungsmittelproduktion und -versorgung im Römischen Reich in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit zuteilwurde, wurde den Pferden kein gesondertes Interesse gewidmet. Das Projekt befasst sich mit dem Management, der Versorgung und der Mobilität von Equiden in den nordwestlichen römischen Provinzen. Dabei wird eine Reihe innovativer Methoden angewendet. Zwei Ansätze werden verfolgt, die auf unterschiedlichen Skalen liegen: Erstens die archäozoologische Untersuchung großer Serien von Pferderesten aus Germania Inferior und Germania Superior und zweitens ein lebensgeschichtlicher Ansatz, der auf 50 (nahezu) vollständig erhaltene Equidenskelette angewendet wird. Im Rahmen des ersten Ansatzes werden der Anteil der Einhufer im Vergleich zu anderen Tierarten, die Schlachtalterprofile und die Entwicklung von Größe und Form untersucht. Darüber hinaus wird ZooMS zur Bestimmung der Tierart (Pferd, Esel, Maultier) für eine Auswahl von fragmentierten Überresten eingesetzt. ZooMS wird auch zur Bestimmung der 50 ausgewählten Skelette verwendet. Die Skelette werden zudem einer archäozoologischen Standardanalyse unterzogen (Alter, Größe, Pathologie). Mittels stabiler und radiogener Isotopenanalyse sollen Mobilität und Ernährung untersucht werden. Die Ernährung wird auch anhand der Abnutzung der Zähne meso- und mikroskopisch untersucht. Schließlich werden mit der aDNA-Analyse Parameter wie die Populationsgröße und -zugehörigkeit, das Geschlecht, die Kastration und die Auswahl bestimmter Merkmale untersucht. Für das Projekt stehen Equidenreste aus älteren und neueren Ausgrabungen in den Grenzregionen der Niederlande und Deutschlands zur Verfügung. Der komplementäre Einsatz der genannten Methoden ermöglicht eine Detailanalyse, wie sie bis vor kurzem noch nicht möglich war. Dadurch ergeben sich neue und vielfältige Erkenntnisse in diachroner Perspektive. Das Projekt wird so zu einem tiefgreifenden Verständnis führen über Zucht und Management von sowie Handel mit Equiden in den nordwestlichen Provinzen des Römischen Reiches.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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