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Kaltwasserkorallen vor Argentinien und Uruguay (SW-Atlantik): heute und in der Vergangenheit

Antragstellerin Dr. Claudia Wienberg
Fachliche Zuordnung Physik, Chemie und Biologie des Meeres
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564896815
 
Kaltwasserkorallen (KWK) bilden Korallenhügeln entlang von Kontinentalhängen und bieten Lebensraum für hochdiverse Tiefseeökosysteme. Erkenntnisse über KWK-Ökosysteme und ihre Empfindlichkeit gegenüber Umweltveränderungen stammen vor allem aus dem Nordatlantik, während es aus dem Südatlantik nur vereinzelte Berichte zu ihrem Vorkommen vorliegen, wie z.B. vor Uruguay und Argentinien. Dort treten KWK und Korallenhügel nördlich und südlich der Brasil-Malvinas-Konfluenz (BMK) auf, einem wichtigen ozeanographischen Frontensystem in der Region. Obwohl die dortigen KWK-Vorkommen bisher kaum wissenschaftlich untersucht wurden, scheint die BMK eine biogeographische Grenze zwischen zwei dominanten Arten, Lophelia pertusa im Norden und Bathelia candida im Süden, zu bilden. Die geplante ARGURU-Expedition hat zum Ziel, (i) die Existenz einer solchen Grenze zu bestätigen, (ii) die räumliche Verteilung von KWK entlang eines Tiefentransektes vor Nordargentinien zu untersuchen und (iii) die Entwicklung von KWK in Abhängigkeit von klimabedingten Veränderungen der Lage der BMK und der Stärke des Antarktischen Zwischenwassers (AAIW) zu rekonstruieren. Das Begleitprojekt wird sich auf die erste Auswertung von Sedimentkernen konzentrieren, die während der geplanten Expedition gewonnen werden. Ausgewählte Kerne werden analysiert, um erste stratigraphische Konzepte zu erstellen, für (a) (on-mound) Kerne, die von CWC-Hügeln entnommen wurden und die vergangene Riffwachstumsperioden dokumentieren, und (b) (off-mound) Kerne, die vom umgebenden Meeresboden entnommen wurden und paläozeanographische Archive vergangener Umweltveränderungen darstellen, die das Riff-/Hügelwachstum in der Vergangenheit gesteuert haben.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Mitverantwortlich Professor Dr. Dierk Hebbeln
 
 

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