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Mehrskalige geophysikalische Untersuchung des Übergangs von Subduktion zu Blattverschiebung, Neuseeland

Antragsteller Dr. Gareth Crutchley
Fachliche Zuordnung Physik des Erdkörpers
Geologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564897488
 
In Regionen, wo Subduktionszonen in Blattverschiebungen enden (SSST), ist die tektonische Funktionsweise und das Erdbebenpotential noch weitgehend unerforscht. Das Mw7,8 Kaikōura Erdbeben im Jahr 2016 fand in der überschiebenden Platte Neuseelands statt und war eines der komplexesten Erdbeben, das jemals an Blattverschiebungen aufgezeichnet wurden. Dieses Erdbeben hat grundlegende Lücken in unserem Wissen über die Krustenstruktur und die seismische Gefährdung von SSST aufgezeigt. Ziel des hier vorgeschlagenen Projektes ist es, am Beispiel von Zentral-Neuseeland drei Hypothesen zu testen, welche detaillierte Einblicke in die Funktionsweise von SSST liefern. H1: Lokale Variationen in der Struktur und den elastischen Eigenschaften der überschiebenden Platte kontrollieren das Rutschverhalten entlang der Plattenrandstörung, die die SSST Zone nach unten hin begrenzt. H2: Vergangene Entwicklungen der tektonischen Strukturen an der Plattengrenze sind prägend für die Kinematik der kurzfristigen, seismogenen Deformation und die Verteilung von Spannung innerhalb der SSST Zone. H3: Ausgeprägte räumliche Änderungen in der Konnektivität und dem Streichen von Störungen in der überschiebenden Platte, welche in SSST Zonen zu erwarten sind, begrenzen die Herdflächenausdehnung von großen Erdbeben. Die Hypothesen beleuchten insbesondere die Zusammenhänge zwischen der Struktur der Erdkruste und dem Verhalten von Störungen in SSST Zonen. Mithilfe eines kombinierten seismischen Experiments, das verschiedene Methoden der Reflektions- und Refraktionsseismik umfasst, sollen die Hypothesen getestet werden. Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden ein grundlegendes neues Verständnis der SSST Zonen im Allgemeinen liefern und die Gefahrenabschätzung in diesen oft dicht besiedelten Regionen verbessern.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
 
 

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