Detailseite
Projekt Druckansicht

HADALquake - Erforschung der Auswirkungen von seismisch bedingten Meeresbodenrutschungen auf das Leben und Element Kreisläufe in Hadal-Systemen: Bedingungen vor und nach den jüngsten Erdbeben im Kermadec- und Tonga-Grabensystem

Fachliche Zuordnung Physik, Chemie und Biologie des Meeres
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564897924
 
Jüngste Studien belegen, dass im tiefsten Teil unserer Ozeane - dem Hadal - Depozentren mit erhöhter biologischer und biogeochemischer Aktivität existieren. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die benthische Aktivität in den Tiefseegräben neben der regionalen, vertikalen Rain Rate aus der biologischen Produktion in der photischen Zone auch stark durch eine Reihe weiterer Faktoren beeinflusst wird. Hierzu gehören Sedimentumlagerungen von den steilen Grabenflanken, sowie komplexe Strömungsverhältnisse, die sich auf die Effektivität der Partikelablagerung auswirken. Als wesentlicher Auslöser für die gravitative Verlagerung wird die seismische Aktivität entlang der aktiven Plattengrenzen vermutet. Entsprechende Sedimentationsereignisse hätten somit großen Einfluss auf die Vielfalt des Lebens und Stoffkreisläufe am Meeresboden. Ziel ist es diese Hypothese zu testen, indem wir eine einzigartige Gelegenheit nutzen wollen. Im Jahr 2017 konnte ein Teil des Teams bereits einen ersten, umfassenden Datensatz in einem der tiefsten Hadal-Gräben unter einem oligotrophen Oberflächenozean gewinnen, dem Kermadec-Graben. In den Jahren 2020 und 2021 wurden in diesem Gebiet starke Erdbeben registriert, die mit sehr großer Wahrscheinlichkeit massive Hangrutschungen ausgelöst haben dürften. Erneute Beprobungen an den gleichen Stellen erlauben daher direkte Vergleiche beider Situationen. Im Fokus stehen unter anderem Untersuchungen zur Verteilung der Mikroben, Meio- und Makrofauna und Bestimmungen der Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe. Da jüngste Erkenntnisse eine extreme Variabilität der Lebensräume innerhalb von Grabensystemen belegen, sollen die Untersuchungen auch auf den nahegelegenen Tonga-Graben ausgedehnt werden. Die neuen Ergebnisse ermöglichen ferner Vergleiche mit Ergebnissen, die das Team bereits in anderen Grabensystemen unter unterschiedlichen Produktionsregimen gewonnen hat (SO261 Atacama Graben, SO293 Kuril-Kamchatka/Aleuten Grabensystem).
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug Dänemark
Kooperationspartner Professor Dr. Ronnie Glud
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung