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Nigvziani – Studien zu einem bedeutenden spätbronze- und früheisenzeitlichen Gräberfeld der Kolchis-Kultur in Westgeorgien
Antragsteller
Professor Dr. Joni Apakidze
Fachliche Zuordnung
Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 565664686
Das Gräberfeld Nigvziani befindet sich im gleichnamigen Dorf, in der westgeorgischen Munizipalität Lanchkthuti, ca. 18 km von der Schwarzmeeresküste entfernt. Die Nekropole ist einer der herausragenden Fundplätze der spätbronze-/früheisenzeitlichen Kolchis-Kultur Georgiens und gilt als exemplarisch für ganz Kaukasien. Die Nekropole Nigvzieni wurde bislang höchst unvollständig publiziert, obgleich Funde und Befunde ein enormes Potential bieten. Die Nekropole wurde in den Jahren 1974–1976 durch die archäologische Expedition der Kolchis unter Leitung von Teimuraz Mikeladze und Malkhaz Baramidze ausgegraben. Leider sind beide Ausgräber verstorben, so dass der Antragsteller die Bearbeitung des Materials übernommen hat. Da das Gräberfeld Nigvziani von Mikeladze nicht vollständig ausgegraben wurde, planen wir an noch nicht erfassten Stellen auszugraben, mit dem Ziel eine weitere Grabgrube zu finden und mit modernen Mitteln zu dokumentieren. Ziel ist es, vor allem die Chronologie der Fundstelle weiter zu klären und organisches Material für naturwissenschaftliche Analysen zu gewinnen. Außer der Klärung der Chronologie des Gräberfeldes Nigvziani die übergreifenden wissenschaftlichen Ziele des Projektes sind: Untersuchung des Charakters, der Funktion und der sozio-kulturellen Bedeutung der Kollektivgrubengräber; Bedeutung und Rolle der Horte; Überregionale Einbindung/Kontakte der Kolchis-Kultur; Typologische Einordnung und Untersuchungen der Bronze- und Eisengegenstände sowie von Keramik, Perlen und Schmuckobjekten und Nutzung des Potentials von methodisch innovativen Ansätzen. Insgesamt wurde eine Fläche von 200 m2 ausgegraben. Es wurden ein Kultplatz und zehn Kollektivgrubengräber freigelegt. Den Kultplatz bezeichnet der Ausgräber als „Ort der Hacken“, da dort neben weiteren Fundkategorien eine große Menge dieser Arbeitsgeräte gefunden wurden. Eine so große Anzahl an Metallfunden ist von keinem anderen Kultplatz der Kolchis-Kultur bekannt. Sie stellen ein wichtiges chronologisches Bindeglied zu den Deponierungen der Kolchis-Kultur dar und verdienen deshalb eine umfassende Neudokumentation, Analyse und Veröffentlichung in der internationalen Forschungsliteratur. Die Funde des Gräberfeldes von Nigvziani sind im Museum der Kolchis-Kultur in Poti (Georgien) aufbewahrt. Mit dem Ziel einer umfänglichen Materialedition werden etwa 2000 Funde neu bearbeitet. Zur Umsetzung der definierten Forschungsziele sind folgende Untersuchungsmethoden vorgesehen: Archäologische Ausgrabungen; Digitale topographische Geländeaufnahmen (DEM, Orthofotos etc.); 14C-Datierungen sollen zur Klärung der Chronologie der Nekropole Nigvziani beitragen; Anthropologische, paläobotanische Untersuchungen und Metallanalysen; Restaurierung und Konservierung der Funde; Dokumentation und Analyse der Funde und Befunde; Publikation als Monografie in deutscher Sprache.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Georgien
Kooperationspartner
Professor Dr. David Lordkipanidze
