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Die demokratische Armee: Die Streitkräfte in Kriegszeiten neu denken

Antragsteller Dr. Sven Altenburger
Fachliche Zuordnung Politikwissenschaft
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 566602466
 
Das hier beantragte Forschungsprojekt ist in der politischen Theorie angesiedelt. Es untersucht reguläre Streitkräfte in liberalen Demokratien, insbesondere in der westlichen Welt, in Bezug auf ihr Wesen, normative Aspekte und Reformmöglichkeiten. Damit widmet es sich einem in der politischen Theorie vergleichsweise wenig erforschten Thema und nutzt deren Potenzial, um neue Erkenntnisse über Charakter und Rolle des Militärs in liberalen Demokratien zu gewinnen - sowohl in faktischer als auch in normativer Hinsicht. Der Begriff "demokratisches Militär" im Projekttitel bezieht sich sowohl auf die regulären Streitkräfte in liberalen Demokratien als auch auf deren (potenzielle) interne demokratische Normen und Praktiken. Das Projekt verfolgt drei Ziele: Erstens soll ein besseres Verständnis der unterschiedlichen Rollen und Organisationsformen regulärer Streitkräfte in liberal-demokratischen Kontexten erarbeitet werden. Zweitens wird eine normative Bewertung der identifizierten militärischen Organisationsformen vorgenommen, um Gründe für die Präferenz bestimmter Formen gegenüber anderen zu liefern. Drittens sollen auf Grundlage der vorangegangenen institutionellen und normativen Analyse Reformoptionen und politische Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Das Projekt geht in zwei Schritten vor: In einem ersten Schritt wird die Vielfalt regulärer Streitkräfte in liberal-demokratischen Gesellschaften untersucht. Der Fokus liegt auf den Zwecken und der Organisation regulärer Streitkräfte sowie deren Integration in sozio-politische Systeme. Ziel ist es, regulärer Streitkräfte anhand ihrer wesentlichen Merkmale und Zwecke zu kategorisieren und idealtypische Modelle, Hybridformen und Untertypen zu unterscheiden. Anschließend konzentriert sich das Projekt in einem zweiten Schritt auf zwei zentrale Kriterien einer normativ-konsequentialistischen Bewertung: militärische Effektivität und demokratische Kontrolle. Wenngleich dies nicht die einzigen relevanten normativen Kriterien sind, handelt es sich um zwei für eine konsequentialistische Bewertung entscheidende, die mitunter in Spannung zueinanderstehen können. Das Projekt folgt einem Ansatz der "analytical political theory", der politiktheoretischen Analyse mit normativer Bewertung und einem Fokus auf Institutionen und Public Policy verbindet. Zwei Methoden werden angewandt: institutionelle Analyse zur Untersuchung und Kategorisierung regulärer Streitkräfte sowie nicht-ideale normative Reflexion und Argumentation zur Entwicklung und Anwendung von normativen Bewertungskriterien. Ziel ist es, empirisch fundierte und normativ überzeugende Erkenntnisse mit politischer Relevanz zu gewinnen. Das Projekt verknüpft politische Theorie mit sozialwissenschaftlicher Forschung und leistet einen Beitrag zu Debatten über militärische Institutionen angesichts strategischer Herausforderungen und des Wiederauflebens großflächiger Kriegsführung in Europa.
DFG-Verfahren WBP Stipendium
Internationaler Bezug Großbritannien
 
 

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