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MeReDiaN - Netzwerk für Medienkultur und Recht im Dialog

Fachliche Zuordnung Theater- und Medienwissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 566741793
 
MeReDiaN (Netzwerk für Medienkultur und Recht im Dialog) ist ein Projekt zur Zusammenführung von Erkenntnissen unterschiedlicher Forschungsbereiche zu den gesellschaftlichen Transformationen durch die Digitalisierung. Der Fokus liegt auf der methodischen Weiterentwicklung interdisziplinärer Ansätze, insbesondere zwischen rechts- und medienkulturwissenschaftlichen Perspektiven auf (audiovisuelle) Medien. Ziel des beantragten Wissenschaftlichen Netzwerkes ist es, transdisziplinäre methodologische Grundlagenforschung zu realisieren. Obwohl Rechts- und Medienwissenschaft ähnliche Forschungsgegenstände untersuchen, fehlt es bislang an einer systematischen Grundlage des Austausches. Dies ist problematisch, da rechtliche Bewertungen von Medienphänomenen oft auf Annahmen beruhen, die eine medienkulturwissenschaftliche Einordnung benötigen. Gleichzeitig betrachtet die Medienwissenschaft das Recht als ein Set soziokultureller Praktiken, bezieht dies aber nicht systematisch in die Untersuchung von Phänomenen ein. Die Digitalisierung verstärkt den Bedarf, normative Annahmen im Recht über Medien und deren Konsequenzen für Medienpraktiken und hegemoniale Strukturen kritisch zu hinterfragen. Das Netzwerk geht von zwei thematischen Zuspitzungen aus: 1. Urheberrecht und die Reaktion auf die Legitimationskrise. Die Digitalisierung hat die Wahrnehmung, Nutzung und den Zugang zu Medien grundlegend verändert. Rechtsnormen, die für analoge Kontexte entwickelt wurden, müssen neu justiert werden. Dies betrifft insbesondere die Abgrenzung zwischen einer im Allgemeininteresse zulässigen Nutzung und den exklusiven Rechten, die das Urheberrecht gewährt. Während der Schutz von Urheber:innen traditionell im Mittelpunkt stand, muss das Urheberrecht heute ebenso die Interessen von Kreativen und Nutzer:innen berücksichtigen. Anderenfalls droht ein Akzeptanzverlust, besonders bei alltäglichen digitalen Nutzungspraktiken. 2. Schwerpunkt auf visuelle und audiovisuelle Medien. In der Medienwissenschaft besteht das Desiderat, differenzierter die eigenen audiovisuellen Gegenstände praxeologisch, performativ und soziokulturell situiert zu begreifen – und damit noch konsequenter eine pragmatische Verortung von Bewegtbildern im Kontext von rechtlich geprägten (Kommunikations- und Zugangs-)Räumen vorzunehmen. So müssen gestalterische Ausprägungen (etwa Memes, GIFs, Short-Form-Videos) sowie Nutzungsweisen, Wahrnehmungen von Bildwirklichkeiten und filmischen Werken zwischen alltäglicher, habitualisierter Nutzung, Medienerfahrung und rechtlicher Normierung reflektiert werden. Die zu prüfenden Grundthesen des Netzwerks lauten: •Das Recht sollte „umweltsensibel“ für die digitale Medien- und Kommunikationsumgebung ausgestaltet werden. •Die Medienwissenschaft muss verstärkt in praxeologischer, pragmatisch-performativer Perspektive ihre audiovisuellen Gegenstände in den digitalen Kommunikations- und Zugangsräumen situieren und kontextualisieren. •Das Recht ist maßgeblich ein solcher Kontextfaktor.
DFG-Verfahren Wissenschaftliche Netzwerke
Mitverantwortlich Professor Dr. Malte Stieper
 
 

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