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Was macht F&E-Steuergutschriften effektiv Evidenz zu Befolgungskosten und Wechselwirkungen von Politikinstrumenten
Antragsteller
Professor Dr. Maximilian Todtenhaupt
Fachliche Zuordnung
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567015425
Regierungen weltweit haben den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und unternehmerischer Forschung und Entwicklung (F&E) erkannt und zahlreiche F&E-Steueranreizen eingeführt. Unter diesen sind F&E-Steuergutschriften am häufigsten. Allerdings war ihr Einfluss auf die F&E-Aktivitäten von Unternehmen bislang begrenzt. Während einige Studien marginale Effekte identifizieren, ist die Summe der unternehmerische F&E-Ausgaben nur leicht gestiegen. Diese Diskrepanz legt nahe, dass die Wirksamkeit von F&E-Steuergutschriften von ihrer konkreten Gestaltung und dem Kontext anderer Politikinstrumente abhängt. Dieses Forschungsprojekt kombiniert Daten aus Deutschland und Norwegen, um zwei zentrale Erfolgsfaktoren für F&E-Steuergutschriften zu untersuchen, für die derzeit empirische Evidenz fehlt: Befolgungskosten und die Wechselwirkung mit anderen F&E-Politikinstrumenten. Befolgungskosten – die Summe aller Kosten, die einem Unternehmen bei der Beantragung einer F&E-Steuergutschrift entstehen – sind von Bedeutung, da sie die Nutzung von Steueranreizen beeinflussen. Insgesamt scheint die Nutzung dieser Anreize suboptimal zu sein. Trotz ihrer Relevanz für die Nutzung gibt es nur wenige empirische Studien über das Ausmaß und die bestimmenden Faktoren der Befolgungskosten von F&E-Steueranreizen. Generell ist wenig über die steuerlichen Befolgungskosten von Unternehmen bekannt. Um diese Lücke zu schließen, nutzt das vorgeschlagene Forschungsprojekt einen neuartigen Ansatz zur Messung der Einhaltungskosten von F&E-Steuergutschriften. Dabei werden die Faktoren identifiziert, die die Höhe dieser Kosten bestimmen, basierend auf granularen Daten zur F&E-Tätigkeit deutscher Unternehmen. Hinsichtlich der Wechselwirkungen zwischen F&E-Steuergutschriften und anderen Instrumenten ist die Interaktion mit der Förderung von F&E in öffentliche Institutionen wie Universitäten oder Forschungsinstitute zentral. Während es Evidenz zu Spillover-Effekten auf private F&E gibt, ist wenig darüber bekannt, wie sich diese Art der Finanzierung im Kontext von F&E-Steuergutschriften auswirkt – und umgekehrt. Dieses Projekt schließt diese Forschungslücke, indem es ein einzigartiges Setting in Norwegen untersucht, das umfassende Informationen sowohl über öffentliche Forschungsförderung als auch über F&E-Steuergutschriften sowie detaillierte Daten zu F&E-Ausgaben von Unternehmen bietet. Eine weitere wichtige, aber bisher wenig erforschte Wechselwirkung ergibt sich aus der raschen Verbreitung sogenannter Intellectual Property (IP)-Box-Regime, die Steuern auf Gewinne aus geistigem Eigentum senken. Im Gegensatz zu F&E-Steuergutschriften, die inputbezogen sind, fördern IP-Boxen nur erfolgreiche F&E. Es ist bislang wenig darüber bekannt, wie sie mit inputbezogenen Steueranreizen wie F&E-Steuergutschriften interagieren. Das vorgeschlagene Projekt beleuchtet diese Fragestellung mithilfe administrativer Daten zur F&E-Tätigkeit und zu ausländischen Tochtergesellschaften norwegischer Unternehmen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Großbritannien, Norwegen
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Professorin Irem Güçeri, Ph.D.; Professor Jarle Møen, Ph.D.
