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Transiente Waldränder in Europa: Dynamik und Auswirkungen

Fachliche Zuordnung Forstwissenschaften
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567388988
 
Der Klimawandel verändert Störungsregimes in Wäldern, mit deutlichen Auswirkungen auf die Struktur von Waldökosystemen. Ein Effekt von starken Störungen ist das Entstehen von Waldrändern. Diese durch Störung erzeugten Waldränder sind jedoch zeitlich und räumlich transient und unterscheiden sich damit deutlich von den bereits gut untersuchten Waldrändern zu anderen Landbedeckungsformen. Durch Störungen erzeugte Waldränder unterliegen starken räumlichen Veränderungen, da Folgestörungen oft an Rändern wirken. Baumverjüngung führt in weiterer Folge zum Schluss der Lücke, wodurch störungsbedingte Waldränder wieder verschwinden. Solche transienten Waldränder können Auswirkungen auf den Kohlenstoffkreislauf von Wäldern haben indem die Aufnahme und Abgabe von Kohlenstoff in Randbereichen deutlich beeinflusst wird. Ziel des Projektes ist es, (i) das Auftreten und die Dynamik von transienten Waldrändern in Europas Wald zu quantifizieren, (ii) ihre Auswirkungen auf die Kohlenstoffbilanz des Waldes zu analysieren und (iii) die zukünftige Entwicklung von transienten Waldrändern unter unterschiedlichen Klimaszenarien und Bewirtschaftungsstrategien abzuschätzen. Wir verwenden neueste Fernerkundungsdaten, um transiente Waldränder für ganz Europa zu detektieren. In Kombination mit Daten zur räumlichen Veränderung von Störungsflächen sowie unter Berücksichtigung der Walderholung nach Störung werden die zeitliche und räumliche Dynamik von transienten Waldrändern quantifiziert. Die Auswirkung von transienten Waldrändern auf den Kohlenstoffkreislauf wird auf Basis eines neuen Lidar-Datensatzes ermittelt, welcher mehr als 800,000 ha Wald über alle europäischen Biome hinweg in hohem Detailgrad erfasst. Zukünftige Entwicklungen unter verschiedenen Klimawandelszenarien werden mittels eines innovativen, KI-basierten Waldsimulationsmodell abgeschätzt. Darüber hinaus werden wir durch modellbasierte Szenarioanalyse die Effekte unterschiedlicher Strategien der adaptiven Waldbewirtschaftung auf transiente Waldränder analysieren. Zusammenfassend beleuchtet das Projekt einen bisher in Europa wenig beachteten Aspekt von sich ändernden Störungsregimes. Damit trägt es zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen des Globalen Wandels auf Europas Wälder bei.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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