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Französisch-Deutsche L2-Prosodie: vom Labor in die Praxis

Fachliche Zuordnung Angewandte Sprachwissenschaften, Computerlinguistik
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567403450
 
Die Prosodie von Nicht-Muttersprachlern ist ein stetig wachsender Forschungsbereich. Trotzdem hat die Prosodie (noch) einen Aschenputtel-Status im Unterricht von Fremdsprachen (L2) – obwohl die experimentelle Forschung gezeigt hat, dass Sprachenlerner eindeutig von prosodischen Fähigkeiten in der gesprochenen Kommunikation profitieren würden. Ziel des Projekts ist es, am Beispiel des Sprachenpaars Deutsch-Französisch (1) die Lücke zwischen experimenteller Forschung und Unterricht zu schließen, indem wir uns auf drei zentrale prosodische Phänomene konzentrieren, nämlich Wortbetonung, kontrastive Fokussierung und Redefluss, und (2) maßgeschneiderte Unterrichtsmaterialien in der Fremdsprachenlehre bereitzustellen. Damit erweitern wir frühere Studien, die sich in der Regel nur mit einem dieser Ziele befasst haben. Für jedes der drei prosodischen Phänomene entwickeln wir Übungen und Experimente sowohl für die Sprachproduktion als auch für die Sprachwahrnehmung. Pretests, Posttests und Delayed Posttests werden an drei Gruppen von Lernern durchgeführt: das prosodische Training der beiden experimentellen Gruppen beinhaltet visuelle Unterstützung, entweder in Form von Gesten oder Grafiken, im Gegensatz zur Kontrollgruppe, die mit Vokabeln arbeitet. Das Training und die Experimente werden digital mit Hilfe einer App durchgeführt, die in unserem Projekt professionell entwickelt wird. Um zu prüfen, ob Abweichungen in der L2-Prosodie der untersuchten Phänomene für Muttersprachler (L1-Sprecher) wirklich problematisch sind und ob es Unterschiede zwischen den Phänomenen gibt, werden wir die Bereitschaft von L1-Sprechern untersuchen, Abweichungen von der L1-Sprache zu „verzeihen“. Indem wir uns auf die Prosodie konzentrieren, leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung dieses bisher wenig untersuchten Forschungsgebiets, der sogenannten Flexibilität mentaler Repräsentationen. Basierend auf den Ergebnissen der beiden experimentellen Teile (Effektivität der Materialien, Flexibilität der mentalen Repräsentationen) werden wir Lehrmaterialien erstellen, die Lehrkräften als CC-lizenzierte Open Educational Resources (OER) auf den entsprechenden offiziellen Plattformen in Frankreich und Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Unser Projekt hat somit Implikationen für die L2-Forschung, die Sprachdidaktik und die Akteure in fremdsprachlichen Lehr- und Lernumgebungen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Frankreich
Kooperationspartner Professor Dr. Ingo Feldhausen
 
 

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