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CREOLES - Kartographie und Untersuchung der aufkommenden mündlichen und metasprachlichen Äußerungen der karibischen Kreolsprachen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert

Antragstellerinnen / Antragsteller Professorin Dr. Silke Jansen; Dr. Dominik Kremer
Fachliche Zuordnung Einzelsprachwissenschaften, Historische Linguistik
Angewandte Sprachwissenschaften, Computerlinguistik
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567403898
 
Das CREOLES-Projekt zielt darauf ab, die historische Entwicklung der französischbasierten Kreolsprachen (FBK) in der Karibik vom 17. bis zum 19. Jahrhundert nachzuvollziehen. Dies erfolgt auf der Basis eines Korpus historischer Texte und mit einem innovativen Ansatz der Digital Humanities. Es analysiert sowohl Diskurse AUF als auch ÜBER FBK und integriert eine kritische Perspektive auf sprachliche Ideologien, die die Wahrnehmung und Dokumentation dieser Sprachen beeinflusst haben. Unser Projekt setzt sich kritisch mit der Hypothese von Hazaël-Massieux (2008) auseinander, welche bestätigt, verworfen oder nuanciert werden soll. Diese Hypothese postuliert, dass die zweite Hälfte des 19. Jh. den Übergang von einem einzigen, variablen Antillen-Kreol zu verschiedenen stabilen Kreol-Varietäten in der Karibik markierte. Um diese Hypothese zu testen, wendet CREOLES eine interdisziplinäre Methodik an, die historische Linguistik, Kreolistik und Digital Humanities kombiniert. Das CREOLES-Projekt basiert auf einer internationalen Zusammenarbeit zwischen der Université des Antilles (Frankreich) und der FAU Erlangen-Nürnberg (Deutschland), unter Beteiligung von Forschenden aus Haiti, den USA und Österreich. Die Hauptziele des Projekts sind: 1. Die Kartierung der Merkmale der FBK in der Karibik in Zeit und Raum, in Form eines interaktiven digitalen Atlas, der als Instrument zur Visualisierung der räumlichen und zeitlichen Entwicklung der sprachlichen Merkmale dient. Die Digital Humanities ermöglichen die Analyse eines ausgedehnten Textkorpus mithilfe automatisierter Analysetools, Sprachkartographie und der Modellierung lexikalischer und syntaktischer Entwicklungen, was vergleichende Studien zu FBK erleichtert. 2. Die Analyse metasprachlichre Diskurse, um zu verstehen, wie FBK in kolonialen und postkolonialen Texten wahrgenommen, benannt und beschrieben wurden. 3. Die Entwicklung einer innovativen Methodik, die quantitative und qualitative Ansätze im Sinne einer historischen Variationslinguistik kombiniert. Der quantitative Ansatz wird statistische Werkzeuge nutzen, um sprachliche Variation über ein großes Textkorpus hinweg zu messen, während sich der qualitative Ansatz auf die Interpretation der diskursiven und ideologischen Dynamiken konzentriert, die die Wahrnehmung und Entwicklung der FBK beeinflussen. 4. Der Aufbau eines angereicherten Korpus, der bisher wenig erforschte Quellen (Diasporatexte und weniger bekannte Archive) integriert. Zu den erwarteten Ergebnissen zählen etwa fünfzehn wissenschaftliche Artikel, ein interaktiver digitaler Sprachatlas der karibischen FBK und ein wesentlicher Beitrag zur Dekolonisierung der Kreolistik, indem historisch marginalisierte Perspektiven integriert werden. Durch die Vernetzung struktureller und diskursiver Analysen zielt CREOLES darauf ab, unser Verständnis von der Entstehung und Entwicklung der FBK zu erneuern und die Rolle sprachlicher Ideologien in ihrer historischen Entwicklung hervorzuheben.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Frankreich
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner Dr. Olivier-Serge Candau; Dr. Béatrice Jeannot-Fourcaud
 
 

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