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Die Verantwortung internationaler Unternehmen als transnationale Aufgabe: eine Analyse.

Antragstellerinnen / Antragsteller Professor Dr. Dmitri van den Bersselaar; Dr. Marie Huber
Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Politikwissenschaft
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567405486
 
Die Erwartung, dass Unternehmen – insbesondere multinationale Konzerne – "Verantwortung" übernehmen sollen, hat sich bei verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren zunehmend etabliert. Ob befürwortet oder kritisiert: Corporate Social Responsibility (CSR) ist zu einem Schlagwort geworden, das zwar unterschiedlich interpretiert wird, aber gleichzeitig als "elephant in the room" eine vielversprechende Forschungsagenda für die kommenden Jahre darstellt. Während sich bisherige Forschung hauptsächlich auf die Auswirkungen und Effizienz von CSR globaler Unternehmen konzentrierte, fehlt bislang eine tiefgreifende sozio-historische Analyse darüber, wie sich "Verantwortung" als Rahmenbedingung für die Beziehungen zwischen Wirtschaft, Arbeit, Staat und zivilgesellschaftlichen Akteuren durchgesetzt hat. Das TRIBECA-Projekt verfolgt drei Hauptziele: 1. die Entwicklung einer Sozial- und Politikgeschichte der Unternehmensverantwortung, 2. die Durchführung einer mehrstufigen und transnationalen Studie und 3. die Kartierung eines globalen Netzwerks von Akteuren der Unternehmensverantwortung. Wir gehen davon aus, dass die Problematisierung von Verantwortung als transnationales Phänomen, das im 20. und 21. Jahrhundert von verschiedenen Akteurskoalitionen konstruiert wurde, neue Perspektiven eröffnet, um sowohl die Popularisierung als auch die Anfechtung von CSR-bezogenen Diskursen und Praktiken zu erklären. Durch einen Multi-Site-Ansatz und globale Fallstudien über das 20. und 21. Jahrhundert hinweg entwickelt dieses Projekt originäre Hypothesen unter Kombination qualitativer und quantitativer Methoden. Das Projekt stützt sich auf vier zentrale Hypothesen: 1. Die Kategorie der Unternehmensverantwortung ist in christlich-moralischen Werten und Netzwerken verankert, 2. Unternehmensinteressen sind heterogen und intransparent, 3. Mobilisierung im (post-)kolonialen Entwicklungskontext durch staatliche und private Interessen war entscheidend für die Etablierung der Unternehmensverantwortung auf der transnationalen Agenda, 4. Öffentlich-private Allianzen sind sowohl für den Erfolg als auch für die Verwässerung des Konzepts der Unternehmensverantwortung von zentraler Bedeutung. Ein interdisziplinäres Team aus Historikern, Soziologen und Politikwissenschaftlern wird in Archiven multinationaler Unternehmen, internationaler Organisationen und NGOs recherchieren, ethnographische Feldforschung in wichtigen internationalen CSR-Programmen durchführen und eine kollaborative Datenbank aufbauen. Dies ermöglicht eine umfassende und bisher beispiellose Analyse des Themas Unternehmensverantwortung.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Frankreich, Schweiz
Mitverantwortlich Dr. Tristan Oestermann
 
 

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