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Ambivalente Räume der Hoffnung: Neuer Bergbau für nachhaltige Zukünfte in 'left behind places'
Antragstellerin
Professorin Nina Gribat, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Humangeographie
Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567439682
Diese Studie untersucht wie neue Bergbauprojekte in left behind places in Europa ‚landen‘ und konzentriert sich dabei auf die konzeptionellen Schnittstellen von Extraktivismus, Peripherisierung und Zukunftsvorstellungen. Neue Bergbauprojekte sind mit nachhaltiger Entwicklung und der Verringerung der Abhängigkeit von Importen verbunden und werden durch das EU-Gesetz über kritische Rohstoffe, nationale Politiken und steigende Mineralienpreise weiter gefördert. Sie liegen oft in sozial und politisch marginalisierten Orten und stellen ambivalente Hoffnungsräume dar. Unsere Studie untersucht diese Ambivalenzen und analysiert, wie neue Bergbauprojekte lokale Zukunftsvorstellungen, Politiken und Raumplanung in peripheren Gebieten prägen und geopolitische und ökologische Modernisierungsversprechen in einem zunehmend polarisierten Kontext verhandeln. Die Forschung konzentriert sich auf zwei Bereiche: 1) die Zukunftsnarrative, die Bergbauprojekte umgeben, und 2) die Politik des Downscaling des nachhaltigen Bergbaus. Der erste Bereich untersucht, wie lokale Akteure die Zukunft wahrnehmen, wie Unsicherheit, potenzielle Vorteile und Risiken sowie die Neuverhandlung von Zentralität, Peripherie und Gerechtigkeit thematisiert werden. Der zweite Bereich untersucht, wie Bergbauprojekte die lokale Politikgestaltung und Governance beeinflussen, wobei der Schwerpunkt auf Machtdynamiken und Re-regulierungsprozessen liegt. Unser Ziel ist es zu verstehen, wie Zukunftsnarrative über den neuen Bergbau die Planung beeinflussen und wie Konflikte, Kompromisse und hybride Arrangements entstehen. Unsere zentrale These lautet, dass neue Bergbauprojekte in left behind places aufgrund der wahrgenommenen wirtschaftlichen und territorialen Vorteile eher akzeptiert werden, obwohl sie bereits bestehende politische und ideologische Polarisierung verschärfen können. Um diese Hypothese zu überprüfen, werden zwei Fallstudien zum Lithium-Bergbauprojekt in Echassière und Montluçon / Frankreich und zum Kupferbergbauprojekt in Spremberg und Schleife / Deutschland durchgeführt und öffentliche Debatten, Medienberichte, Interviews und Dokumente analysiert, um die sich verändernden Zukunftsnarrative und Aushandlungsprozesse erklären zu können. Dieser länderübergreifende, vergleichende Ansatz untersucht die politischen und sozialen Auswirkungen von Bergbauprojekten auf kleinstädtisch geprägte Kontexte, überwindet nationale Voreingenommenheiten und arbeitet unterschiedliche, lokal hybridisierte Modelle des ‚landings‘ heraus. Eine wichtige methodische Neuerung ist der Einsatz von Co-Interviews, einer kollaborativen und reflexiven Form der Datenerhebung. Durch die Fokussierung auf den kritischen Rohstoffabbau in Europa aus einer lokalen Perspektive trägt diese Forschung zu einer innovativen Verschneidung der Debatten über Extraktivismus, territoriale Entwicklung und Nachhaltigkeit bei und entwickelt einen neuartigen methodischen Ansatz für die transnationale Zusammenarbeit.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Frankreich
Partnerorganisation
Agence Nationale de la Recherche / The French National Research Agency
Kooperationspartnerin
Dr. Hélène Roth
