Detailseite
Projekt Druckansicht

Ökumene als Praxis in der Schule entwickeln. Eine praxeologische Studie zur Implementierung des neuen Schulfachs ‚Christlicher Religionsunterricht‘ in Niedersachsen (ÖkuPraxiS)

Fachliche Zuordnung Evangelische Theologie
Katholische Theologie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567492868
 
Mit der Einführung eines neuen Schulfaches „Christliche Religion nach evangelischen und katholischen Grundsätzen“ (CRU) Niedersachsen im Schuljahr 2025/26 wird Neuland betreten. Zwar gibt es europaweit und in Deutschland schon länger einen Entwicklungstrend hin zu einer Organisationsform, die mindestens konfessionsübergreifend bzw. für möglichst alle Schüler:innen ein passendes Lernangebot im Bereich der Daseins- und Wertorientierung darstellt, doch gibt es für das neue Schulfach-Modell keine Vorbilder. Der CRU knüpft zwar an den bestehenden und in Niedersachsen schon lange etablierten konfessionell-kooperativen Religionsunterricht an. Allerdings verfolgt er diesem Modell gegenüber neue Ziele wie etwa eine stärker ausgeprägte und unterrichtlich sichtbare konfessionelle Differenzsensibilität einerseits und Ökumenizität andererseits, bis hin zu einer völlig neuen Lehrplanentwicklung. An das Fach werden also durchaus einige Erwartungen gestellt, sowohl inhaltlich im Blick auf die Konstruktion von Lerngegenständen als auch didaktisch hinsichtlich differenzsensibler und ökumenebildender Unterrichtsprozesse sowie nicht zuletzt im Blick auf die Professionalisierung von Lehrkräften. Die ersten zwei Jahre nach der formalen Einführung des neuen Schulfaches sind ein besonderer Zeitraum, den wir für das geplante Forschungsprojekt nutzen wollen. Übergreifendes Ziel ist, die Unterschiede zwischen dem bisher konfessionell getrennt und/oder kooperativ realisierten Religionsunterricht und CRU zu rekonstruieren. Das Forschungsinteresse richtet sich dabei auf die Art und Weise der Implementierung, die Auswirkung auf die Praxis und das Verständnis des Faches „Religion“ (z.B. im Miteinander mit Islamischen Religionsunterricht und Werte und Normen) und auf die Potentiale des neuen Faches für die Förderung der Ökumene – in der Schule und über sie hinaus. Das geplante Projekt geht praxeologisch vor, es versteht die Einführung des neuen Schulfachs als einen Wandel, der sich in kleinen Schritten, die für die schulischen Akteure von Bedeutung sind, vollzieht. Es verbindet ethnographische Fallstudien an drei Schulen (Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium) mit einem ‚Folgen‘ der praktischen Verbreitung des Neuen des Schulfaches durch die im Umfeld der Schule tätigen Multiplikator:innen. Im Projekt werden zudem Experteninterviews durchgeführt: zum einen mit Fachberater:innen, um sowohl die Prozesse im Zusammenhang mit der Einführung von CRU in der Schule bzw. in der Multiplikator:innenpraxis zu untersuchen; zum anderen mit Fachbereichsleitungen in ausgewählten weiteren Schulen, um nach der Relevanz unterschiedlicher konfessionell-religiöser Kontexte zu fragen. Das Projekt wird interdisziplinär von zwei konfessionsverschiedenen Religionspädagogen und einer Schulentwicklungsforscherin aus der Erziehungswissenschaft verantwortet.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Österreich, Schweiz
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner Professorin Dr. Karin Manz; Professor Dr. Wolfgang Weirer
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung