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Aneignung städtischer Metabolismen – eine Analyse des demokratischen Potenzials der Energiewende aus einer Perspektive der Urbanen Politischen Ökologie.

Antragsteller Dr. Sören Weißermel
Fachliche Zuordnung Humangeographie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567661446
 
Die kommunale Energiewende ist ein Schlüsselfaktor für die Erfüllung von Emissionszielen und städtischen Klimaneutralitätsstrategien. Gleichzeitig ist sie aufgrund von Fragen der Kostenverteilung und politischer und privatwirtschaftlicher Interessen umkämpft. Die Energiewende an der Schnittstelle von Klima-, Wohn- und Demokratiekrise verortend geht das Forschungsprojekt der Frage nach, wie sich die städtische Energiewende demokratisieren lässt und inwiefern dies den kriseninhärenten Entfremdungsformen gesellschaftliche Aneignungsprozesse entgegensetzen und einen Ansatz für eine sozial-ökologische Transformation darstellen kann. Dieser Frage nähert sich das Forschungsvorhaben aus einer Perspektive der Urbanen Politischen Ökologie auf den städtischen Energiemetabolismus als ein historisch gewachsenes Mensch-Natur-Verhältnis an, bei dem eine Demokratisierung ansetzen muss. Organisiert durch materielle Strukturen und Technologien der Energieerzeugung, -verteilung und -nutzung, den Gesetzesrahmen, spezifischen Eigentumsverhältnissen und Politiken sowie die vermittelnde menschliche Arbeit ist dieser Metabolismus von Macht und Interessen durchzogen und grundlegend für sozial-ökologische Ungleichheiten. Die Urbane Politische Ökologie hat das Potenzial, diese Komplexität zu erfassen und konkrete Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wirksame städtische Klimapolitik in den Energiemetabolismus eingreifen und dessen Demokratisierung ermöglichen kann. Allerdings spielt sie in den sozialwissenschaftlichen und humangeographischen Debatten um städtische Klimapolitik und Energiewende bislang eine untergeordnete Rolle. Das Forschungsvorhaben verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Schließung dieser bestehenden Lücke zu leisten. Einerseits soll die wissenschaftliche Diskussion durch die Perspektive der Urbanen Politischen Ökologie auf die Demokratisierung von Metabolismen bereichert werden. Hierfür wird die bislang unzureichend berücksichtigte Rolle von menschlicher Arbeit und Wissen in metabolischen Verhältnissen und für gesellschaftliche Aneignungsprozesse in den Fokus gerückt und konzeptualisiert. Andererseits sollen empirisch fundierte, stadtpolitisch nutzbare und übertragbare Erkenntnisse über Möglichkeiten einer effektiven Demokratisierung der Energiewende gewonnen werden. Anhand von Dokumentenanalysen und qualitativen empirischen Untersuchungen in Hamburg und Berlin werden die historisch gewachsenen Energiemetabolismen sowie die politischen Aushandlungsprozesse um deren Gestaltung analysiert und diskutiert. Im empirischen Fokus stehen die jeweiligen Rekommunalisierungen der Energienetze sowie genossenschaftliche Nahwärmenetze und deren Gestaltung und demokratischer Charakter sowie Interventionsgrad in den Energiemetabolismus. Den spezifischen Erkenntnisinteressen entsprechend wird ein besonderer Fokus auf die gesellschaftliche Aneignung von Arbeits- und Entscheidungsprozessen sowie auf die Aneignung und Verbreitung von Technologien und Wissen gelegt.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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