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Rezeption von Bildschemata in der literarischen Übersetzung: ein kognitiver poetischer Ansatz

Antragstellerin Dr. Elena Dubenko, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567784266
 
Der Forschungsantrag stellt die erste Studie zur Rezeption von Bildschemata des literarischen Ausgangswerks durch Literaturübersetzer vor. Er nimmt eine kognitiv-poetische Sicht auf Bildschemata als vorkonzeptuelle Strukturen ein, die zur sensorisch-motorisch-emotionalen Ebene der Metapherbildung gehören und die gefühlte Realität eines literarischen Werkes untermauern. Die Studie konzentriert sich auf die Bildschemata, die den zentralen metaphorischen Mustern der Quelle und des Zieltextes zugrunde liegen und als Grundlage für reichhaltige Bilder dienen, die die Poetik/Literarizität literarischer Werke prägen. Die Arbeitshypothese der Studie ist, dass diese primären schematischen Gestalten im Zieltext unveränderlich bleiben, im Gegensatz zu den konzeptionellen Strukturen auf „oberflächlicheren“ Ebenen, die von kulturellen, sprachlichen und historischen Faktoren beeinflusst werden. Diese Universalität von Bildschemata im Hinblick auf die ästhetische Wahrnehmung ist durch ihren Status als Strukturen der sensomotorisch-emotionalen Ebene bedingt, die gemäß der Theorie der verkörperten Simulation den Prozessen der Vorstellungskraft gewisse Beschränkungen auferlegen und unsere Vorstellungskraft verkörpern. Dementsprechend liegt eine der zentralen Aufgaben des Projekts in der Entwicklung methodischer Grundlagen zur Beurteilung der Reaktion von Übersetzern auf die Bildschemata des literarischen Ausgangswerks. Um eine umfassende Auseinandersetzung mit der diskutierten Fragestellung zu ermöglichen, wird die Studie einen multimethodischen Ansatz kombiniert mit einer interdisziplinären Ausrichtung verwenden und dabei auf unterschiedliche theoretische Bezugsrahmen zurückgreifen. Die auf der Grundlage eines kognitiv-poetischen Ansatzes erarbeitete Methodik wird es ermöglichen, die Bildschemata, die Quellen und Ziel-Megametaphern zugrunde liegen, durch sprachliche Anker (d. h. die im Vordergrund stehenden Elemente literarischer Texte auf der sprachlichen Ebene der Metapherisierung), hervorzuheben. Die Validität der Ergebnisse wird auch durch die Analyse der Zieltexte sichergestellt, die sowohl unter realen als auch unter experimentellen Bedingungen erstellt wurden und sich dabei auf die Rezeption professioneller und nicht professioneller Übersetzer stützen.
DFG-Verfahren WBP Stelle
 
 

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