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Stimmengewirr in der Nachbarschaft: Herausforderungen in der Erforschung jüdischer Literaturen zwischen Sprachen und Disziplinen

Antragstellerin Dr. Judith Müller
Fachliche Zuordnung Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Europäische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften
Religionswissenschaft und Judaistik
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567874032
 
Das Netzwerk „Stimmengewirr in der Nachbarschaft: Herausforderungen in der Erforschung jüdischer Literaturen zwischen Sprachen und Disziplinen“ bearbeitet den Themenkomplex Jüdische Literaturen und Mehrsprachigkeit. Zwei Aspekte werden die Arbeit im Netzwerk besonders prägen: Zum einen ist es der inhaltliche Aspekt, die Arbeit mit den literarischen Texten und die Untersuchung dieser Texte auf Phänomene der Mehrsprachigkeit unter Berücksichtigung von Theorien zur (literarischen) Mehrsprachigkeit. Zum anderen der Aspekt der wissenschaftlichen Praxis und damit die Auseinandersetzung mit den Jüdischen Literaturen und ihrer disziplinären Verortung im deutschsprachigen Raum. Aufgabe des Netzwerks ist die Klärung der Theoriebegrifflichkeiten. Zu diesem Zweck strebt das Netzwerk an, Momente der Mehrsprachigkeit in der deutschsprachig-jüdischen Literatur herauszuarbeiten und das Bewusstsein für die Vernetzung in den jüdischen Literaturen Europas zu stärken. Durch die Einbindung slawischer jüdischer Literaturen wie auch der hebräischen, jiddischen sowie französisch- und englischsprachig-jüdischen Literaturen trägt das Netzwerk zur Verflechtung im Forschungskontext Jüdische Literaturen bei. Das Projekt hat zum Ziel, einen Diskursraum zu eröffnen, in dem sowohl die Jüdischen Studien als auch beteiligte Philologien vertreten sind und somit ein Austausch über Disziplinengrenzen hinweg stattfindet. Ein Alleinstellungsmerkmal des Netzwerks besteht in der Umfänglichkeit, mit der jüdische Literaturen in ihrer Vielsprachigkeit erforscht und die theoretischen Begrifflichkeiten geklärt werden. Die Ziele des Netzwerks sind nach ihren Innen- und Außenwirkungen zu unterscheiden. Innerhalb des Netzwerks ist die langfristige Etablierung von Kommunikations- und Austauschkanälen, die es den Mitgliedern über die Dauer des Projekts hinaus ermöglichen, sich in der Erschließung der mehrsprachigen jüdischen Textkultur zu unterstützen zentral. Hier setzt auch die Außenwirkung an: Nachhaltig wird die Forschung zu jüdischen Literaturen im deutschsprachigen Raum gestärkt. Teilergebnisse in Form von Publikationen werden hierzu kontinuierlich kommuniziert. Nach Abschluss des Projekts werden die gemeinsam erarbeiteten Inhalte in einem Sammelband veröffentlicht. Dieser bildet die Grundlage für ein neues Verständnis der Mehrsprachigkeit in jüdischen Literaturen und ist somit zugleich das Hauptergebnis des Netzwerks. Im Anschluss an das Projekt werden zwei wesentliche Wirkungsrichtungen im Vordergrund stehen: Die Stärkung der internationalen Kooperationen in Form von Konferenzen zu spezifischen Arbeitsinhalten des Netzwerks, die vertieft und konziser bearbeitet werden sollen, sowie die Stärkung des Schwerpunkts Jüdische Literaturen in der deutschsprachigen Akademie. Diese wird beispielsweise durch die Einwerbung eines Graduiertenkollegs, einem Joint Degree Studiengang Jüdische Literaturen oder einem Handbuch Mehrsprachigkeit Jüdischer Literaturen zu erreichen sein.
DFG-Verfahren Wissenschaftliche Netzwerke
 
 

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