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Stadt, Mensch, Fluss in Sumer: Die Erforschung urbanen Lebens in Fāra / Šuruppak in der Frühdynastisch II – IIIa-Periode (ca. 2700-2475 v. Chr.)
Antragstellerin
Professorin Dr. Adelheid Otto
Fachliche Zuordnung
Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567943918
Zur Zeit der zweiten Urbanisierung im 3. Jahrtausend soll die Mehrzahl der Bevölkerung Sumers in Großstädten gelebt haben, wie aus Textquellen und Surveys bekannt ist. Jedoch bietet nur der Ruinenhügel Fāra (Irak) die einzigartige Gelegenheit eine frühdynastische Großstadt der Frühdynastisch (ED) II–IIIa-Zeit (ca. 2700-2475 v. Chr.) mithilfe des gesamten Arsenals modernster archäologischer und naturwissenschaftlicher Methoden umfassend zu erforschen. Denn die städtischen Strukturen des antiken Šuruppak liegen ohne spätere Überbauung direkt an der Oberfläche und erlauben die systematische und großflächige Untersuchung mittels nichtinvasiver Methoden (Geophysik, Luftbilder) und auf Grundlage dessen die präzise Anlage flächenmäßig begrenzter Ausgrabungen und Bohrungen. Architektonische und archäologische Befunde und Funde sowie Fauna, Flora, Gefäßrückstände und menschliche Überreste werden in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Archäologie und Naturwissenschaften analysiert. Die Erkenntnisse können direkt mit der Geschichte, Gesellschaft und Wirtschaft der Stadt in Beziehung gesetzt werden, die durch mehr als 800 Keilschrifttexte, die 1902-1903 hier ausgegraben wurden, bereits einigermaßen bekannt sind. Durch unsere Vorarbeiten (Oberflächenbegehungen, Geophysik und Testgrabungen) liegen bereits Anhaltspunkte vor, wo in dem 250 ha großen Stadtgebiet große und kleine Haushalte, der Tempel, Produktionsbereiche, Getreidespeicher, Stadtmauer, Häfen und Kanäle lagen. Das beantragte Projekt zielt auf die Erforschung der urbanen Strukturen und der Gliederung der Stadt, der menschlichen Aktivitäten im Lebensraum Stadt sowie der urbanen Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Darüber hinaus wird Wasser als zentraler Gunst- und Gefahrenfaktor einer Großstadt in der damals wasserreichen Umwelt des südmesopotamischen Schwemmlands thematisiert. Archäologisch belegte Schwemmschichten in und außerhalb der Stadt sollen geoarchäologisch untersucht werden, weil der sumerische Flutmythos in Šuruppak verortet ist und Megafluten hier nicht ausgeschlossen sind.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
