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Akteurschaft und die Ziele des Regierens. Eine Auseinandersetzung mit der chinesischen politischen Philosophie der Gegenwart.
Antragsteller
Privatdozent Dr. Philippe Brunozzi
Fachliche Zuordnung
Praktische Philosophie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567969657
Das Projekt befasst sich mit zwei zentralen Aspekten der zeitgenössischen nicht-klassischen chinesischen politischen Philosophie (d.h. dem Zweig der politischen Philosophie in der Volksrepublik China, der das politische Leben jenseits von Argumenten und Konzepten theoretisiert, die der philosophischen Tradition entlehnt sind). Zum einen wird untersucht, welche Ziele des Regierens zeitgenössische chinesische Philosophen als grundlegend für eine politische Gesellschaft ansehen. Zum anderen wird gefragt, welchen Einfluss Konzeptionen menschlicher Akteurschaft auf die Bestimmung dieser Ziele haben. Mit der Frage, wie zeitgenössische chinesische Philosophen die Ziele des Regierens bestimmen und auf welche Konzeptionen von Akteurschaft sie sich dabei stützen, greift das Projekt zwei theoretische Aspekte auf, die auf eine zentrale systematische Schnittstelle in der zeitgenössischen nicht-klassischen chinesischen politischen Philosophie verweisen. Ihre Analyse wird nicht nur das Verständnis dieses vernachlässigten, aber sehr wichtigen Strangs der zeitgenössischen chinesischen Philosophie erheblich erweitern. Sie wird auch eine systematische philosophische Auseinandersetzung mit ihm ermöglichen, die in der westlichen Forschung derzeit noch aussteht. Als solches verfolgt das Projekt zwei konkrete Ziele: 1. Erstens soll die Beziehung zwischen Konzeptionen von Akteurschaft und der Bestimmung der Ziele des Regierens im zeitgenössischen nicht-klassischen chinesischen philosophischen Diskurs anhand von Fallstudien detailliert analysiert werden. Dabei soll sowohl kritisch als auch konstruktiv untersucht werden, wie diese Beziehung in ausgewählten philosophischen Theorien konzipiert wird. 2. Darauf aufbauend sollen die untersuchten Theorien zweitens in einen globalen Kontext gestellt werden, um zu fragen, welche Implikationen ihre Vorstellungen von den Zielen des Regierens für eine Konzeption globalen Regierens (global governance) haben könnten. Dabei soll ein Dialog zwischen westlichen und chinesischen Ansätzen angeregt werden. Das Projekt fällt damit in den Bereich der globalen politischen Philosophie. Wie die globale Philosophie im Allgemeinen ist auch die globale politische Philosophie bestrebt, ein Ungleichgewicht zu überwinden, das die politische Philosophie plagt. Während die 'westliche' politische Philosophie in den akademischen Lehrplänen und in den wichtigen Publikationsorganen weltweit Beachtung findet, wird die nicht-westliche politische Philosophie in den 'westlichen' philosophischen Debatten nur selten berücksichtigt, obwohl die in den nicht-westlichen Diskursen behandelten Probleme oft von globaler Relevanz sind. Das Projekt und seine Ziele leisten einen Beitrag zur Dezentrierung der Philosophie, wobei der Schwerpunkt auf der zeitgenössischen (nicht-klassischen chinesischen) politischen Philosophie liegt.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
