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Zellersatz zur Verbesserung der Sehfähigkeit: Humane Stäbchen-Fotorezeptor Transplantation in Mausemodelle der Retinitis pigmentosa

Fachliche Zuordnung Augenheilkunde
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568096511
 
Der Verlust der lichtempfindlichen Photorezeptoren in der Netzhaut führt zu Sehbehinderung und Blindheit, für deren Behandlung derzeit keine klinisch etablierten Therapien zur Verfügung stehen. In der Netzhaut von Säugetieren (Menschen) gibt es zwei Haupttypen von Photorezeptoren: Stäbchen und Zapfen. Während Stäbchen das Sehen bei schwachem Licht ermöglichen, sind Zapfen für das Sehen bei Tageslicht, in Farbe und für hohe Sehschärfe zuständig. Degenerative Erkrankungen der Netzhaut sind durch eine große Heterogenität gekennzeichnet, einschließlich vererbter Formen mit krankheitsverursachenden Mutationen, die in mehr als 260 Genen identifiziert wurden. Die Transplantation von aus pluripotenten Stammzellen (PS) gewonnenen Photorezeptoren stellt einen möglichen allgemeinen Behandlungsansatz dar. Unsere kürzlich durchgeführten, präklinischen Studien belegen eine umfassende Integration und Reifung von transplantierten, induziert- (i) PS-abgeleiteten Zapfen, was zu einer verbesserten Lichtreaktion in einem Mausmodell mit Zapfendegeneration führte. Viele Fälle von Netzhautdegeneration sind jedoch durch einen primären Verlust von Stäbchen-Photorezeptoren und ein sekundäres Absterben von Zapfen gekennzeichnet. Daher zielt diese Studie darauf ab, die Verwendung von iPS-abgeleiteten Stäbchen-Photorezeptoren für die Transplantation in verschiedene Krankheitszustände/stadien zu untersuchen, die durch drei unterschiedliche Mausmodelle bereitgestellt werden und das breite Spektrum an Pathologien von Patienten mit Retinitis pigmentosa rekapitulieren. Die Integration, die Reifung und das funktionelle Potenzial humaner Spender-Stäbchen werden auf diversen Ebenen durch histologische, zelluläre, molekulare, elektrophysiologische und verhaltensbiologische Assays untersucht, um den Mechanismus des Stäbchenersatzes sowie den Schutz endogener Zapfen zu entschlüsseln. Die Ergebnisse werden daher von großer Bedeutung für die Entwicklung zuverlässiger Parameter sein, die für die Umsetzung von Photorezeptor-Ersatztherapien in die klinische Anwendung von grundlegender Bedeutung sein werden.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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