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Zwischen Heimat und Exil: Alltägliche Praktiken der Rohingya-Flüchtlinge, umstrittene Identitäten und Zeitlichkeiten im Grenzgebiet zwischen Bangladesch und Myanmar

Antragsteller Dr. Anas Ansar
Fachliche Zuordnung Ethnologie und Europäische Ethnologie
Asienbezogene Wissenschaften
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568444149
 
Dieses Projekt untersucht die paradoxe und intime Beziehung zwischen langwieriger Vertreibung und Grenzgebieten und konzentriert sich auf die Rohingya-Flüchtlinge im Grenzgebiet zwischen Bangladesch und Myanmar. Indem Grenzgebiete als „dritter Raum“ konzeptualisiert werden, untersucht das Projekt, wie die Rohingya im Zustand des Verlassenseins eigene Räume des Widerstands schaffen und die Staatenlosigkeit im Kontext eines langen Exils verhandeln. In Abkehr vom „methodologischen Nationalismus“, der lange Zeit die Studien zu Rohingya-Flüchtlingen dominierte, soll gezeigt werden, wie sich Grenzgebiete für vertriebene Rohingyas in eine erweiterte Heimat im Exil verwandeln, die als Orte der Konstruktion, Anfechtung und Aufführung von Identitäten dienen, nationalstaatliche Narrative hinterfragen und vielfältige Formen der Bedeutungsgebung fördern. Drei spezifische Ziele leiten dieses Projekt: 1. Die Analyse der Beziehungen zwischen langwierigen Vertreibungen und Grenzgebieten, in denen grenzschaffende und grenzverletzende Praktiken Hand in Hand gehen, die durch historische und soziale Affinitäten, grenzüberschreitende Mobilitäten und alltägliche wirtschaftliche Aktivitäten entstehen. 2. Es wird herausgearbeitet, wie Grenzgebiete als Orte der Konstruktion und Anfechtung von Identitäten fungieren, als Orte der Konvergenz und Divergenz dienen und dabei verschiedene Formen von Solidarität und Widerstand fördern, insbesondere unter Berücksichtigung der Geschlechter. 3. Die Untersuchung von Grenzgebieten als „erweiterte Heimat“, die homogene Narrative des Nationalstaates, der Politik der Zugehörigkeit und staatsbürgerliche Praktiken in Frage stellen.
DFG-Verfahren WBP Stelle
 
 

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