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Die Ökonomie nicht-monetärer Arbeitsplatzcharakteristika: Eine Angebotsperspektive
Antragsteller
Professor Dr. Markus Nagler; Dr. Michael Stops; Dr. Erwin Winkler
Fachliche Zuordnung
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Statistik und Ökonometrie
Statistik und Ökonometrie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568467317
Nicht-monetäre Arbeitsplatzcharakteristika (sog. "Non-wage amenities" im Englischen, im Folgenden NWA) sind für das Verständnis und die Funktionsweise des Arbeitsmarktes sehr bedeutsam, bislang aber nur unzureichend erforscht. Je nach Schätzung erfolgt etwa 15-25% der Entlohnung von Arbeitnehmern in entwickelten Ländern über solche NWA. Viele empirische Befunde, beispielsweise systematische freiwillige Wechsel in schlechter bezahlte Tätigkeiten oder geschlechtliche Unterschiede in der Entlohnung und Stellenwahl, lassen sich mithilfe von NWA erklären. Die bisherige Forschung beschäftigt sich vor allem mit der Nachfrage von Arbeitnehmern nach bestimmten NWA. Zu den Mechanismen hinter arbeitgeberseitigen Entscheidungen über das Angebot von NWA gibt es hingegen nur wenig Literatur. Vor diesem Hintergrund soll dieses Forschungsvorhaben die Angebotsseite von NWA untersuchen. Konkret sollen zwei Forschungsfragen beantwortet werden. Die erste Forschungsfrage ist, wie Unternehmen verschiedene NWA im Verhältnis zu Bruttolöhnen bewerten. Hier stellt sich zudem die Frage, inwiefern diese Bewertungen von Unternehmenseigenschaften abhängen. Die zweite Forschungsfrage fokussiert darauf, wie sich ökonomische Schocks und insbesondere eine erhöhte Arbeitsmarktanspannung auf das Angebot von NWA auswirken. Dies ist vor dem Hintergrund zunehmend angespannter Arbeitsmärkte („Fachkräftemangel“) und der demographischen Entwicklung eine wichtige Fragestellung. Im ersten Teil des Forschungsprojekts sollen diskrete Entscheidungsexperimente, wie sie in der Literatur zur Messung von Arbeitnehmerpräferenzen über NWA etabliert sind, mit Personalleitern deutscher Unternehmen durchgeführt werden. Dies soll im Rahmen einer Online-Befragung innerhalb der ifo HR-Befragung umgesetzt werden. Die Durchführung solcher diskreten Entscheidungsexperimente mit Personalverantwortlichen wurde bisher kaum verfolgt. Somit würde dieses Teilprojekt bestehende Ansätze innovativ erweitern und zudem eine Quantifizierung der Bereitschaft von Unternehmen, NWA bereitzustellen, ermöglichen. Der zweite Projektteil des Forschungsvorhabens soll den Volltext der auf der Website der Bundesagentur für Arbeit inserierten Stellenanzeigen nutzen, um NWA zu identifizieren und zu quantifizieren. Ein zentraler Vorteil dieser Daten gegenüber Onlinestellenanzeigen ist deren einfache und korrekte Verbindung zu Unternehmens- und Sozialversicherungsdaten über die Betriebsnummer. Dies erlaubt eine tiefergehende Analyse des Angebots von NWA, vor allem durch die Verknüpfung mit Betriebseigenschaften sowie lokaler Maße für die Arbeitsmarktanspannung. Wir werden in diesem Teil analysieren, wie sich höhere Arbeitsmarktanspannung auf das Angebot von NWA auswirkt und welche Implikationen dies für die Produktionskosten verschiedener Unternehmen hat, deren Bereitstellungskosten von NWA sich unterscheiden.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortlich
Professor Dr. Johannes Rincke
