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Zur Rolle der Selbstwirksamkeit bei „pathologischen“ und „therapeutischen“ Generalisierungsprozessen im Rahmen des Furchtkonditionierungsparadigmas
Antragsteller
Professor Dr. Ekrem Dere
Fachliche Zuordnung
Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568510058
In diesem Projekt möchten wir untersuchen, wie sich eine Steigerung der wahrgenommenen Selbstwirksamkeit (induziert durch den Abruf einer spezifischen episodischen oder autobiografischen Erinnerung (Dere et al., 2010; Rader et al., 2019c) auf die Neukonditionierung, Extinktion und Generalisierung der konditionierten Angstreaktion bei gesunden Probanden ohne klinisch relevante Ängste auswirkt. Die Intervention zur Steigerung der wahrgenommenen Selbstwirksamkeit wird daher an verschiedenen Abschnitten der Testsequenz durchgeführt, um ihre Auswirkung auf nachfolgende Testphasen u.a. den Erwerb (Experiment 1), die Generalisierung (Experiment 2) und die Extinktion (Experiment 3) einer konditionierten Furchtreaktion zu untersuchen. Das Paradigma der Furchtkonditionierung dient als experimentelles Modell zur Entstehung und Generalisierung pathologischer Furcht. Wir erwarten, dass die Induktion einer gesteigerten Selbstwirksamkeitswahrnehmung den Erwerb und die Generalisierung einer konditionierten Furchtreaktion abschwächt und im Gegensatz dazu die Extinktion der konditionierten Furchtreaktion beschleunigt. Experiment 4 ist in diesem Projekt von zentraler Bedeutung, da es ein grundlegendes Problem der Expositionstherapie widerspiegelt: Die ursprünglichen furchtauslösenden Reize, die zur Entwicklung der pathologischen Angst geführt haben, stehen für das Expositionstraining nicht zur Verfügung und man muss sich daher auf ähnliche Reize beschränken. Mit Experiment 4 möchten wir untersuchen, ob die Induktion einer gesteigerten Selbstwirksamkeitswahrnehmung hilft die furchtreduzierenden Effekte eines Extinktionstrainings bei dem ein neuer Reiz verwendet wird (der dem ursprünglichen Reiz in der Wahrnehmung ähnlich ist), im Sinne einer therapeutischen Generalisierung, auf den ursprünglich verwendeten konditionierten Reiz zu übertragen. Mit den 4 Experimenten dieses Projekts möchten wir also feststellen, ob eine Steigerung der wahrgenommenen Selbstwirksamkeit einerseits die pathologische Generalisierung konditionierter Furcht verringert und andererseits therapeutische Generalisierungsprozesse im Rahmen des Furchtkonditionierungsparadigmas verstärkt.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortlich
Professor Dr. Armin Zlomuzica
