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Mechanismus der Schädigung pulmonaler Endothelzellen bei umgekehrter TRALI durch transfundierte sCD177/PR3 und CD177-Antikörper des Empfängers

Antragstellerin Dr. Behnaz Bayat
Fachliche Zuordnung Pneumologie,Thoraxchirurgie
Immunologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568537503
 
Bluttransfusionen werden häufig in verschiedenen klinischen Situationen verabreicht und sind oft lebensrettend. Leider kann es aber auch unerwartet zu lebensbedrohlichen unerwünschten Transfusionsreaktionen kommen. Dazu gehört die transfusionsbedingte akute Lungenverletzung (TRALI), die durch eine Schädigung des Lungenendothels gekennzeichnet ist, die zu einem Lungenödem und akuter Atemnot führt, und die nach wie vor eine der Hauptursachen für bluttransfusionsbedingte Mortalität ist (Semple et al., Blood 2019). TRALI tritt innerhalb von 6 Stunden nach einer Bluttransfusion auf, und derzeit gibt es keine spezifischen Behandlungsmöglichkeiten (Vlaar et al, Transfusion 2019; Semple et al, Crit Care Med 2018). Die Pathophysiologie hat sich als komplex erwiesen. Es wird postuliert, dass TRALI ein Zwei-Treffer-Prinzip zugrunde liegt, wobei der erste Treffer durch den zugrunde liegenden klinischen Zustand des Patienten vermittelt wird, während der zweite Treffer durch Faktoren im Bluttransfusionsprodukt vermittelt wird (Semple et al, Blood 2019, Silliman et al, J Clin Invest 1998; Silliman, Crit Care Med 2006; Silliman et al, Blood 2007). Bei der „klassischen TRALI“ können Faktoren im Transfusionsprodukt leukozyten-/endothelreaktive Antikörper oder biologische Reaktionsmodifikatoren wie Lipide enthalten. In jüngster Zeit haben jedoch das klinische Bewusstsein und der Drang nach einem Verständnis der Pathophysiologie für die so genannte „umgekehrte TRALI“ zugenommen, bei der im Empfänger vorhandene Antikörper das Lungenendothel nach einer Bluttransfusion schädigen (Basu et al, Transfus Apher Sci 2022; Bayat et al, Blood Adv 2021; Jug et al, Transfusion 2021; De Clippel et al, Transfusion 2019). Wie dies genau auf mechanistischer Ebene geschieht, muss noch geklärt werden. Im Mittelpunkt dieses Vorschlags steht die weitere Untersuchung des Mechanismus der umgekehrten TRALI auf der Grundlage von transfundiertem sCD177/PR3 und CD177-Antikörpern des Empfängers mit Hilfe von In-vitro- und In-vivo-Ansätzen, die letztlich zur Bekämpfung der durch Bluttransfusionen bedingten Sterblichkeit genutzt werden könnten.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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