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Durch Landnutzungsintensität vermittelte Auswirkungen des Mikroklimas auf die Insektenvielfalt

Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Ökologie der Landnutzung
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568815509
 
Intensive Landnutzung trägt zum Verlust von Lebensräumen und zur Degradierung von Ökosystemen bei, was die weltweite Artenvielfalt bedroht, insbesondere in Grasländern, die vielfältige Pflanzen- und Insektengemeinschaften beherbergen. Die meisten bisherigen Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf die direkten Auswirkungen der Landnutzung auf Insekten, während indirekte Auswirkungen, wie etwa Veränderungen des Mikroklimas, noch nicht umfassend untersucht wurden. Wie Landnutzung mikroklimatische Nischen beeinflusst und wie dieser Zusammenhang die negativen Auswirkungen der Landnutzungsintensität auf die Insektenvielfalt beeinflusst, ist unbekannt. Wir werden räumlich hochaufgelöste Mikroklimadaten, die durch thermische Fernerkundung gemessen wurden, mit Insektendaten und der Messung der Wärmetoleranz von Insekten kombinieren. Damit werden wir untersuchen, wie durch Landnutzung bedingte Veränderungen des Mikroklimas mit der Insektenvielfalt zusammenhängen. Wir erwarten, dass intensiv genutztes Grasland engere mikroklimatische Nischen aufbietet und dass verschiedene Landnutzungskomponenten (Mahd, Düngung, Beweidung) unterschiedlich mit dem Mikroklima zusammenhängen. Um diese Hypothesen umfassend zu testen, werden wir das Vorkommen und die Vielfalt von Insekten in allen 150 Graslandplots mit Biozönometerproben quantifizieren. Zur gleichen Zeit werden wir mit Drohnenbefliegungen wiederholt Oberflächentemperaturen mit hoher räumlicher Auflösung erfassen, um mikroklimatische Nischen zu charakterisieren und Insektenproben mit genauen Mikroklimadaten in Bezug zu bringen. Anhand dieser Oberflächentemperaturen und einer Reihe von Kovariaten (z. B. Vegetationsbedeckung, Wetterdaten) wollen wir das von Insekten wahrgenommene Mikroklima innerhalb und unterhalb der Vegetationsschicht räumlich modellieren. Um die thermische Toleranz und Widerstandsfähigkeit von Insekten mit den mikroklimatischen Bedingungen, denen sie ausgesetzt sind, in Verbindung zu bringen, werden wir die kritischen thermischen Maxima für einen Teil der gefundenen Insektenarten messen. Unsere umfassenden und komplementären Daten aus der Fernerkundung und der Insektenökologie werden dazu beitragen, die Beziehung zwischen Landnutzung, Mikroklima und Insektenvielfalt in bewirtschaftetem Grasland zu verstehen. Somit wird die vorgeschlagene Forschung entscheidend zum Verständnis beitragen, wie sich unterschiedliche Formen und Intensitäten der Landnutzung auf die biologische Vielfalt auswirken, was eine der zentralen Fragen des gesamten Biodiversität-Exploratorien ist.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
 
 

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