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Innerhalb eines Augenzwinkerns verpaart: Evolutionäre Ursachen und Folgen der Verpaarungsdauer

Antragsteller Lennart Winkler, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Evolution, Anthropologie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568849791
 
Verpaarung ist essenziell für Tiere, die sich sexuell fortpflanzen, da sie die Produktion von Nachkommen und letztendlich die eigene biologische Fitness gewährleistet. Dennoch ist der Prozess der Fortpflanzung äußerst vielfältig und die Evolution hat eine Heerschar unterschiedlicher Lösungen hervorgebracht, die zentralen Herausforderungen einer erfolgreichen Fortpflanzung zu meistern. Beispiel dafür sind die immense Diversität an Fortpflanzungsorganen in Weibchen und Männchen, sowie die gleichsame Mannigfaltigkeit im Paarunsgsverhalten. Insbesondere die Dauer der Fortpflanzung variiert extrem, sowohl zwischen als auch innerhalb von Arten. So kann sie Bruchteile einer Sekunde oder auch viele Stunden betragen. Dennoch haben wir nur ein sehr begrenztes Verständnis davon, was die evolutionären Ursachen und die ökologischen Konsequenzen dieser Vielfalt sind. Ich schlage vor mithilfe einer Reihe von vergleichenden und experimentellen Studien diese Lücken in unserem Wissen zu füllen. Mein erstes Ziel ist es, eine breit angelegte, vergleichende Studie durchzuführen, um die Evolution der Verpaarungsdauer im Tierreich zu untersuchen. Dadurch werde ich unser Wissen darüber stärken, welche evolutionären Triebkräfte die Dauer von Verpaarungen beeinflussen, zum Beispiel in dem ich die Rolle der sexuellen Selektion, Ökologie und Tierphysiologie analysiere. Eine umfangreiche Datenbank mit der Verpaarungsdauer vieler Arten wird es mir ermöglichen, eine Reihe verschiedener Hypothesen darüber zu testen, welche Faktoren die Verpaarungsdauer beeinflussen. Darüber hinaus werden die Erkenntnisse aus dieser Studie aber auch eine wertvolle Quelle neuer Hypothesen für zukünftige Forschung sein. Mein zweites Ziel ist es, die Konsequenzen schneller Verpaarungen in einem lebendgebärenden Fisch, dem Halbschnäbler, experimentell zu testen. Halbschnäbler haben eine der schnellsten bekannten Verpaarungen im Tierreich. Dies macht sie zu einem optimalen Modellorganismus um zu testen, welche Konsequenzen eine besonders kurze Verpaarung hat. Ich werde professionelle high-speed Kameras nutzen, um das Paarungsverhalten der Halbschnäbler zu quantifizieren. Dabei werde ich experimentell den Einfluss von Paarungserfahrung von Weibchen und Männchen auf das Paarungsverhalten unabhängig voneinander messen. Dies wird mir ermöglichen, ein besonders schnelles und bisher kryptisches Verhalten detailliert zu beschreiben und zu analysieren. Ferner werde ich erklären können, wie sich kurze Verpaarungen auf die effektive Übertragung von Spermien auswirken und wie sie die Partnerwahl von Weibchen fördern. In Summe wird dieses Projekt eine Reihe von grundlegenden Fragen adressieren, die von hohem Interesse für unser Verständnis von Evolution und Verhalten im Kontext der Fortpflanzung sind.
DFG-Verfahren WBP Stipendium
Internationaler Bezug Schweden
 
 

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