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Direkte und indirekte Effekte von Klimawandel auf die zukünftige Entwicklung der Biodiversität von Wäldern
Antragsteller
Professor Dr. Rupert Seidl
Fachliche Zuordnung
Forstwissenschaften
Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568897612
Die Eindämmung des weltweiten Verlusts der biologischen Vielfalt ist eine zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Ein Faktor, der substantiell zum Verlust der Biodiversität beiträgt, ist der vom Menschen verursachte Klimawandel. Der Klimawandel hat über Effekte auf physiologische Prozesse und die Fitness von Organismen direkte Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Es gibt aber auch indirekte Effekte, da der Klimawandel wichtige Habitateigenschaften verändert, die wiederum indirekt Einfluss auf die Biodiversität nehmen. Das Verhältnis von direkten und indirekten Effekten des Klimawandels auf die Biodiversität ist noch wenig erforscht. Auch das Potenzial von Waldmanagement-Maßnahmen, indirekte Effekte des Klimawandels auf Biodiversität abzumildern (z. B. durch die Schaffung mikroklimatischer Refugien), ist noch weitgehend unklar. Ziel des Projektes ist es, die unterschiedlichen Effekte des Klimawandels auf Wälder zu quantifizieren. Dazu werden die hoch aufgelösten Daten der Biodiversitätsexploratorien mit einem neuartigen Simulationsansatz für Waldökosysteme kombiniert. Die spezifischen Ziele des Projektes sind (i) abzuschätzen, wie stark das Mikroklima in Wäldern Klimaeffekte auf Biodiversität abpuffern kann, (ii) die direkten und indirekten Effekte des Klimawandels auf die Biodiversitätsentwicklung im 21. Jahrhundert zu quantifizieren und (iii) das Potential von Maßnahmen der adaptiven Waldbewirtschaftung zu ermitteln, indirekte Klimaeffekte auf Biodiversität abzumindern. Der Fokus des Projekts liegt auf der Diversität der Gefäßpflanzen, Moose, Insekten, Fledermäuse und Vögel, für welche auf Basis der Daten der Biodiversitätsexploratorien Artverbreitungsmodelle erstellt werden. Diese Modelle werden in einem zweiten Schritt mit einem prozessbasierten Waldsimulationsmodell verbunden, um die Auswirkungen von sich änderndem Klima und Waldaufbau zu untersuchen. Dabei werden sechs zukünftige Klimaszenarien bis zum Jahr 2100 untersucht. Durch einen Counterfactuals-Ansatz werden auf Basis dieser Szenarien direkte und indirekte Auswirkungen des Klimawandels quantifiziert. Darauf aufbauend werden adaptive Waldbewirtschaftungsmaßnahmen in der Simulationsumgebung implementiert und deren Effekt auf die Biodiversität abgeschätzt. Das Projekt trägt zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt in Wäldern bei und liefert wichtige Erkenntnisse dazu, wie Biodiversität im Klimawandel durch waldbauliche Maßnahmen gestärkt werden kann.
DFG-Verfahren
Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Teilprojekt zu
SPP 1374:
Biodiversitäts-Exploratorien
