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Algorithmische Selbstformung in der US-amerikanischen Literatur und Kultur des 21. Jh. (TP 5)

Fachliche Zuordnung Europäische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 539990504
 
Das Projekt erforscht mediale Phänomene und literarische Verhandlungen algorithmischer Selbstformung aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive. Das "algorithmische Selbst" wird als spezifische Ausprägung des "digitalen Selbst" verstanden, unterscheidet sich jedoch durch die zentrale Rolle algorithmischer Prozesse, die es durch Datenerfassung, -verarbeitung und -steuerung formen. Es ist in einem relationalen Geflecht von Maschine, Welt, Mensch und Technologie situiert, das ihrerseits durch spezifische kulturelle, mediale und politische Bedingungen und Möglichkeitsräume geprägt ist. Die in dem Projekt vorgenommene analytische Verschränkung von algorithmischen Selbstformungspraktiken und ihrer literarischen Verhandlungen lenkt den Blick auf die kulturellen sowie medialen und technologischen 'Machbarkeiten des Selbst'. Aus der Performativität und agency algorithmischer Prozesse ergibt sich ein zentrales Spannungsfeld, das es in dem Projekt zu untersuchen gilt: So impliziert die algorithmische Selbstformung einerseits individuelle Selbstgestaltungsmöglichkeiten, gleichzeitig wirkt sie aber auch als Kontrollinstanz und steht somit dem Autonomiegedanken des traditionellen schöpferischen Subjekts entgegen. Gegenstand der Untersuchung sind sowohl audiovisuelle und verbale Selbstgestaltungspraktiken in sozialen Medien als auch deren literarische Reflexion in US-amerikanischen Gegenwartsromanen. Algorithmische Selbstformung, bspw. von Influencer:innen oder Nutzer:innen sozialer Medien, wird systematisch hinsichtlich ihrer Regelhaftigkeit, Automatisierung und ihrer Einbindung in Plattformökonomien analysiert. Parallel dazu werden literarische Auseinandersetzungen des algorithmischen Selbst in Form von life-writing und Autofiktion unter Berücksichtigung der spezifischen Affordanzen literarischer Selbstformungsästhetiken untersucht. Dabei richtet sich der Blick u.a. auch auf Analogien und Differenzen zwischen Algorithmizität und Narrativität. Der Fokus auf explizit weibliche Selbstnarrative ergibt sich aus der besonderen Rolle von Frauen in digitalen Selbstformungspraktiken, die historisch und kulturell mit spezifischen Normen und Erwartungen verknüpft sind, schließt aber eine intersektionale Perspektive auf Geschlecht und andere Diversitätskategorien mit ein. Der Beitrag dieses Projekts zu der Forschungsgruppe 'Machbarkeiten des Selbst: Mediale Selbstformungsprozesse in diachroner Perspektive' besteht in der kulturspezifischen sowie transkulturell anschlussfähigen Konturierung algorithmischer Verfahren und Ästhetiken der digitalen Selbstgestaltung.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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