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Ökologische und ökonomische Folgen des Einsatzes von Aufbereitern beim Mähen von Grünland
Antragsteller
Professor Dr. Klaus Birkhofer; Professor Dr. Frank Wätzold
Fachliche Zuordnung
Ökologie der Landnutzung
Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569035770
Insektenpopulationen gehen aufgrund von Lebensraumveränderungen und Klimawandel zurück, wobei regionale Bedingungen das Ausmaß beeinflussen. Die Forschung in den Biodiversitäts-Exploratorien (BEs) hat unser Verständnis der Auswirkungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung auf den Rückgang verbessert. Die Auswirkungen von Aufbereitern, deren Einsatz im europäischen Grünland weit verbreitet ist, auf die Mortalität von Arthropoden sind jedoch noch wenig erforscht. Bei der Wiesenmahd verdichten Aufbereiter das Schnittgut, um die Trocknung zu beschleunigen, und erhöhen dadurch die physikalische Schädigung von Arthropoden. Da in einigen Regionen bis zu 70 % des Grünlands mit Aufbereitungsmitteln behandelt werden, könnte der potenzielle Verlust der biologischen Vielfalt Ökosystemleistungen wie die Bestäubung gefährden. Eine Pilotstudie in Deutschland ergab, dass Aufbereiter die Mortalität von Arthropoden um fast 20 % erhöhen können. Es sind jedoch weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um regionale und taxonomische Unterschiede in der Mortalität zu bewerten. Außerdem ist es wichtig, die Beweggründe der Landwirte für den Einsatz von Aufbereitern zu verstehen. Politische Empfehlungen vermeiden ein völliges Verbot und schlagen stattdessen vor, Landwirte durch Agrarumwelt- und klimamaßnahmen (AUKM) für den Verzicht auf den Einsatz von Aufbereitern in Gebieten mit hoher biologischer Vielfalt zu entschädigen. AUKM sollten jedoch kosteneffizient sein, d.h. sie müssten so konzipiert sein, dass mit einem gegebenen finanziellen Budget Biodiversitätsziele bestmöglich erreicht werden. Das EcoMow-Projekt verwendet Biodiversitäts- und Managementdaten aus den BEs, um die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen von Mähaufbereitern zu untersuchen. Die Hypothesen sind H1) Der Einsatz von Mähaufbereitern erhöht die Mortalität von Arthropoden um 15-25%, wobei die Variation durch die Intensität der Landnutzung erklärt wird. H2) Arthropodengemeinschaften in weniger intensiv bewirtschaftetes Grünland mit größeren Arthropodenarten werden durch den Einsatz von Mähaufbereiter stärker geschädigt. H3) Durch ökologisch-ökonomische Modellierung können kosteneffiziente AES entwickelt werden, die die Anforderungen an biodiversitätsfördernde Mahdregimes mit Einschränkungen beim Einsatz von Aufbereitungsmitteln kombinieren. H4) Die kosteneffiziente Gestaltung von AES unterscheidet sich je nach regionaler Produktivität, Bewirtschaftungsintensität und Anbausystemen. EcoMow integriert ökologische und ökonomische Analysen in einen Modellierungsrahmen, um den Verlust der biologischen Vielfalt im Zusammenhang mit technologischen Innovationen in der Landwirtschaft anzugehen und die Gestaltung biodiversitätsfördernder politischer Instrumente zu optimieren.
DFG-Verfahren
Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Teilprojekt zu
SPP 1374:
Biodiversitäts-Exploratorien
