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BuggedBugs: Effekte von Landnutzung und Klimavariabilität auf Wirte und ihre Parasitengemeinschaften
Antragstellerinnen
Dr. Catharine Ruth Archer; Professorin Dr. Lena Wilfert
Fachliche Zuordnung
Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Evolution, Anthropologie
Mikrobielle Ökologie und Angewandte Mikrobiologie
Evolution, Anthropologie
Mikrobielle Ökologie und Angewandte Mikrobiologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569058676
Mit BuggedBugs werden wir untersuchen, wie sich Interaktionen von Landnutzungsintensität und Klimaschwankungen - direkt und indirekt über ihre Wirte- auf die Parasitendiversität auswirken. Die parasitische Lebensweise ist die weltweit verbreiteste Konsumstrategie. Parasiten, von Viren bis zu Parasitoiden, sind wesentliche Bestandteile von Ökosystemen, die. u.a. die Zusammensetzung der Wirtsgemeinschaft, trophische Kaskaden und Ökosystemdienstleistungen beeinflussen. Daraus folgt, dass eine stabile ökologische Gemeinschaft gleichzeitig auch reich an Parasiten ist. Allerdings werden Parasiten, die meist verborgen in ihren Wirten leben, häufig auch von der Biodiversitätsforschung übersehen. Hier nutzen wir die einzigartigen Langzeit-Daten und Proben, die von den Biodiversity Exploratories von 2008 bis 2025 gesammelt wurden, um zu verstehen wie Parasitengemeinschaften über die Zeit durch Störungen durch Landnutzung (Mahd, Beweidung und Düngung) und klimatische Schwankungen beeinflusst werden. Hierbei untersuchen wir die zeitliche Dynamik dieser Effekte über die vergangenen Jahre und nutzen die gewonnen Daten, um Vorhersagen von zukünftigen Wirt-Parasit-Interaktionen in bewirtschafteten Graslandschaften aufzustellen. In dieser Studie werden wir die Heteroptera (Wanzen) als Modellwirte verwenden. Dieses ökologisch äußerst vielfältige Insektentaxon ist in Grünlandökosystemen als Herbivor, Prädator, Beute und Krankheitsvektor von großer Bedeutung. Als ersten Schritt werden wir die gesamte kontemporäre Parasitengemeinschaft der Grünland-Wanzen entlang eines Landnutzungsgradienten identifizieren (Objektiv 1). Zudem werden wir anhand von Archivproben von Wanzen (2008 – 2025) die mechanistischen Zusammenhänge ermitteln, die erklären wie die Zusammensetzung, die Häufigkeit und der Zustand dieser Wirtspopulationen durch Veränderungen in der Landnutzung und im Klima beeinflusst wurden (Objektiv 2). In Objektiv 3 untersuchen wir Anpassungssignale der Wanzen an Störungen duch Landnutzung und Klimawandel, und werfen somit auch einen Blick in die Zukunft. In Objektiv 4 verbinden wir die einzelen Objektive um zu untersuchen, wie sich Landnutzungsintensität und Klima auf die Parasitenbiodiversität auswirkt, direkt und indirekt über Effekte auf die Wirtsgemeinschaft. Hierfür nutzen wir die Ergebnisse der Objektive 1 und 2, d.h. die Parasitenvielfalt und Erkenntnisse über die Ökologie der seit 2008 gesammelten Proben. Die Synthesen unserer Ergebnisse werden u.a. Aufschluss über die Effekte der Landnutzung und Klimavariabilität auf Parasiten und die treibenden Mechanismen geben, sowie über potentielle Auswirkungen, wie zum Beispiel das Risiko des Auftretens von neuentstehenden Krankheiten. Mit dem Projekt BuggedBugs werden wir somit erhellen, wie die ökologisch wichtige, aber verborgene Biodiversitätskomponente der Parasiten durch Landnutzung, Klimawandel und deren Wechselwirkungen beeinflusst wird.
DFG-Verfahren
Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Teilprojekt zu
SPP 1374:
Biodiversitäts-Exploratorien
