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Biodiversitäts-Exploratorien - Diversität der Enchytraeidae und ihre Funktionen (BE-DEF)
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr. Miklós Bálint; Dr. Nicole Scheunemann
Fachliche Zuordnung
Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569058955
Die hohe Artenvielfalt im Boden sichert essentielle Ökosystemleistungen, weshalb der Erhalt der Diversität der Bodenfauna eine wichtige Strategie für den Erhalt dieser Leistungen ist. Jedoch sind die Auswirkungen von Biodiversitätsverlust auf Ökosystemleistungen von Böden aufgrund von Landnutzungsintensität und Klimawandel bisher wenig verstanden. Studien in den Biodiversitäts-Exploratorien zeigen, dass Bodenorganismen und oberirdisch lebende Organismen unterschiedlich auf veränderte Umweltvariablen reagieren. Vorhersagen zu Biodiversitätsverlusten und Veränderungen von Bodenfunktionen sind daher schwierig, insbesondere da der Einfluss von verschiedenen Arten auf ökologische Prozesse unterschiedlich stark sein kann. Dieses Projekt zielt auf die Gewinnung eines mechanistischen Verständnisses von Landnutzung auf Bodenökosystemleistungen, indem Veränderung der Diversität von Arten und funktionellen Merkmalen sowohl räumlich, als auch zeitlich untersucht werden. Die zu untersuchende Artengemeinschaft konzentriert sich auf Enchytraeidae (Annelida, Clitellata), ein Taxon, das großen Einfluß auf Bodenstruktur, Humusbildung, und Zersetzungsprozesse hat, und artspezifisch Toleranzen für abiotische, biotische und anthropogene Einflussgrößen zeigt. Da Enchytraeidengemeinschaften in Offenlandflächen in der Regel diverser als in Wäldern sind, konzentriert sich dieses Projekt auf die Grasflächen der Biodiversitäts Exploratorien. Funktionelle Eigenschaften sind morphologische Merkmale, Lebensstrategien und Proteomdaten, die gemessen und gesammelt werden. Komponentenspezifische stabile Isotopen von essentiellen Aminosäuren werden in Kollaboration mit LitterLinksII gemessen, um mögliche nahrungsbezogene Flexibilität von häufigen Arten aus verschiedenen Landnutzungstypen und Regionen zu erfassen. Räumliche Artenvielfalt wird mit metabarcoding von eDNA der Grasland EPs und in einem Radius von 75 m erfasst. Eine Zeitreihe von 2017 bis 2026 wird mittels metabarcoding von eDNA der Grasland-EPs erfasst. Die eDNA wird von Kernprojekt 8 und BelowSPACE zur Verfügung gestellt, ebenso Daten zu Umweltvariablen; alle Enchytraeidendaten werden mit BelowSPACE geteilt. Dieses Projekt besteht aus drei Arbeitspaketen (APs), in denen zwei Doktorand*innen Arten- und Merkmalslisten erstellen (AP1), den Einfluß von Landnutzungsintensität auf genetische Diversität, Artenreichtum und Merkmalsdiversität analysieren (AP2) und räumliche und zeitliche Veränderungen der funktionellen Merkmale, Enchytraeidengemeinschaften und bodentierbedingte Ökosystemleistungen untersuchen (AP3). Die Verknüpfung von genetischer Vielfalt, sowie Arten- und Merkmalsvielfalt mit räumlichen und zeitlichen Skalen verbessert unser Verständnis davon, wie Landnutzung und Biodiversitätsverlust von Bodentieren auf deren Ökosystemleistungen wirken. Weiterhin wird funktionelle Redundanz von Enchytraeidae-Arten erfasst, was möglicherweise Ökosystemleistungen gegen Biodiversitätsverlust puffert.
DFG-Verfahren
Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Teilprojekt zu
SPP 1374:
Biodiversitäts-Exploratorien
