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FinalCut: Variabilität in Holzabbau und Biodiversität in Totholzstämmen des BELongDead Experiments nach 17 Jahren
Antragsteller
Professor Dr. Werner Borken; Professor Dr. Claus Bässler; Dr. Björn Hoppe; Dr. Harald Kellner; Professor Dr. Matthias Noll; Professor Dr. Sebastian Seibold; Professor Dr. Wolfgang W. Weisser
Fachliche Zuordnung
Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569059009
Totholz ist ein wichtiges Strukturelement von Waldökosystemen, das zur biologischen Vielfalt der Wälder beiträgt und viele Ökosystemfunktionen beeinflusst. Totholz verrottet mit der Zeit, und die Abbaurate hängt von einer Reihe von Faktoren ab, wie der Größe des Totholzstücks, der Umgebungstemperatur und von baumartenspezifischen Holzeigenschaften wie der chemischen Zusammensetzung und der Holzdichte. Die wichtigsten Zersetzer sind Pilze, aber auch Archaeen, Bakterien und verschiedene wirbellose Tiergruppen tragen zum Abbau von Totholz bei. In fortgeschrittenen Zerfallsstadien haben sich die physikalische Struktur und die chemische Zusammensetzung des Totholzes erheblich verändert, was auch die Funktion des Totholzes als Ressource und Lebensraum für viele dieser Organismen beeinflusst. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Vielfalt der Organismen und den Zerfallsraten, aber es ist noch weitgehend unklar, wie die Vielfalt und Zusammensetzung der totholzabbauenden Gemeinschaften mit den Abbauraten einzelner Baumarten zusammenhängt. Darüber hinaus ist der Holzabbau nicht gleichmäßig, sondern variiert sowohl zwischen als auch innerhalb von Totholzstämmen derselben Baumart. In diesem Antrag soll Totholz des BELongDead-Experiments (Biodiversity Exploratories Long-term Deadwood) verwendet werden, um die Variation der Abbauraten innerhalb von und zwischen Baumstämmen zu untersuchen. Das Experiment wurde 2009 eingerichtet, daher haben die Stämme ein spätes Abbaustadium erreicht. Wir werden uns auf die Variabilität des Zerfalls bei vier Baumarten konzentrieren, die noch eine große Variabilität im Masseverlust aufweisen. Es werden Stammscheiben von insgesamt 108 Stämmen in neun Buchenwaldparzellen im Hainich-Exploratorium beprobt und die chemische Zusammensetzung, die Respiration (aktuelle mikrobielle Aktivität) und der langfristige Masseverlust sowie die Biodiversität in den Stammscheiben untersucht, wobei molekulare Ansätze mit der Extraktion lebender Tiere gekoppelt werden. Darüber hinaus wird die kleinräumige Variabilität der Umweltbedingungen erfasst. FinalCut wird zum Verständnis der Ursachen der Heterogenität im Totholzabbau beitragen, indem existierende und neue Ergebnisse, die die Variabilität innerhalb eines Stammes repräsentieren, kombiniert werden, um die Variabilität des Zerfalls mit der Variabilität der Biodiversität (Beta-Diversität), chemischen Holzeigenschaften und Umweltbedingungen (z.B. Moosbedeckung) zu verknüpfen.
DFG-Verfahren
Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Teilprojekt zu
SPP 1374:
Biodiversitäts-Exploratorien
