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BEhealthy - Wechselwirkungen zwischen Waldbewirtschaftung, biologischer Vielfalt und klimatischen Ereignissen und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit

Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569059285
 
Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass der Kontakt mit der Natur positive, als auch negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat. Der Aufenthalt in Wäldern kann das thermische Wohlbefinden sowie die körperliche und geistige Gesundheit verbessern, was darauf hindeutet, dass die strukturellen Merkmale und die Artenvielfalt der Wälder eine entscheidende Rolle für diese Vorteile spielen. Zu den wichtigsten Faktoren für diese Wirkungen gehören die Pufferung des Mikroklimas, die Konzentration biogener flüchtiger organischer Verbindungen (Phytonzide) in der Luft sowie verschiedene visuelle, akustische und olfaktorische Reize. Die komplexen Wechselwirkungen zwischen Waldbewirtschaftung, biologischer Vielfalt und gesundheitlichen Auswirkungen sind jedoch nur unzureichend bekannt. Im BEhealthy-Projekt wollen wir die Auswirkungen von Veränderungen der Waldbewirtschaftung sowie der daraus resultierenden Veränderungen in der Waldstruktur und der biologischen Vielfalt auf die körperliche und geistige Gesundheit des Menschen quantifizieren und dabei sowohl umfangreiche Daten aus früheren Projekten als auch neue Datenerhebungen nutzen. Wir werden auch die Kompromisse oder den gemeinsamen Nutzen zwischen bewirtschaftungsbedingten Merkmalen der Wälder und den gesundheitlichen Ergebnissen aufzeigen. BEhealthy ist in vier Arbeitspakete gegliedert und wird die mikroklimatischen Eigenschaften von Wäldern erfassen, die für das thermische Wohlbefinden von Waldarbeitern und Besuchern relevant sind, um die thermische Pufferkapazität von Wäldern zu quantifizieren (WP1). Darüber hinaus werden wir die Konzentration von Phytonziden und deren Zusammensetzung (Chemodiversität) in der Waldluft messen, um saisonale Muster der Phytonzidhäufigkeit zu bestimmen und die Auswirkungen von Klimaextremen (z. B. Hitzewellen) auf die Chemodiversität zu charakterisieren (WP2). In WP3 werden wir die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit in Verbindung mit Waldbewirtschaftungsintensität, der Struktur und der Baumartenvielfalt in verschiedenen Jahreszeiten quantifizieren, und die Rolle verschiedener menschlicher Sinne - insbesondere des visuellen, akustischen und olfaktorischen - quantifizieren. In der Synthesephase (WP4) werden wir die Mechanismen aufklären, durch die Waldbewirtschaftung und -merkmale die gesundheitlichen Auswirkungen beeinflussen, wobei wir zwischen direkten und indirekten Auswirkungen auf Ökosystemfunktionen und psychophysiologische Gesundheitsfolgen unterscheiden. BEhealthy wird nicht nur das wissenschaftliche Spektrum der Biodiversitätsexploratorien erweitern, indem es wesentliche Erkenntnisse über Ökosystemprozesse liefert, die für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen relevant sind, und die Wechselwirkungen zwischen Natur und menschlicher Gesundheit analysiert, sondern es wird auch den neu entstehenden Forschungsbereich der Sozialen Ökologie innerhalb der Biodiversitätsexploratorien stärken und damit seine gesellschaftliche Relevanz erhöhen.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug Belgien, Großbritannien
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner Professor Dr. Pieter De Frenne; Dr. Melissa Marselle
 
 

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