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Akronym: TICK-SAVE Zecken-Mikrobiom- und Pathobiom-Interaktionen mit biotischen Faktoren zur Minderung ihrer Verbreitung über wilde Wirbeltierwirte
Antragstellerinnen / Antragsteller
Dr. Susanne Fischer; Dr. Jan Gogarten; Dr. Anna Obiegala
Fachliche Zuordnung
Mikrobielle Ökologie und Angewandte Mikrobiologie
Parasitologie und Biologie der Erreger tropischer Infektionskrankheiten
Parasitologie und Biologie der Erreger tropischer Infektionskrankheiten
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569064523
Zeckenübertragene Krankheiten stellen eine zunehmende gesundheitliche Herausforderung dar, wobei Ixodes ricinus als Hauptvektor in Europa dient. Umweltfaktoren, Landnutzungsänderungen und die Verfügbarkeit von Wirten beeinflussen die Zeckendichte, Krankheitserregerprävalenz und Mikrobiomdiversität. Frühere Studien zeigten, dass gestörte Lebensräume die Übertragung von Krankheitserregern und mikrobielle Gemeinschaften in Zecken beeinflussen können, jedoch fehlen detaillierte phylogeografische und mikrobielle Analysen. Diese Studie zielt darauf ab, diese Lücken zu schließen, indem ökologische, molekulare und bioinformatische Ansätze kombiniert werden, um die Wechselwirkungen zwischen Zecken, Krankheitserregern und Mikrobiomen zu verstehen. Ziele: (1) Untersuchen, wie Landnutzungsintensität und Waldstruktur Zeckendichte und Krankheitserregerprävalenz beeinflussen; (2) Beziehungen zwischen Wirtshäufigkeit, Landschaftsvariablen und Zeckendichte erfassen; (3) mikrobielle Gemeinschaften in Zecken von gestörten (FOX-Flächen) und ungestörten Gebieten vergleichen; (4) Korrelationen zwischen Zeckenmikrobiom und Krankheitserregerprävalenz bewerten; (5) Borrelia-Genome aus I. ricinus Zecken extrahieren und phylogeografische Variationen untersuchen; (6) phylogeografische Karten von Zeckenpopulationen erstellen und mit Krankheitserregerprävalenz und Borrelia-Diversität in Verbindung setzen. Methoden: 1) Feldproben: Zecken werden 2026-2027 in drei Biodiversity Exploratories (BEs) in Deutschland in drei Jahreszeiten aus experimentellen und FOX-Flächen gesammelt. Zeckendichte wird in Bezug auf Waldstruktur und Landnutzungspraktiken quantifiziert. 2) Zecken- und Krankheitserregeranalyse: Die gesammelten Zecken werden taxonomisch identifiziert und DNA extrahiert. Borrelia-Prävalenz und Genospezies werden mit qPCR und MLST-Sequenzierung bestimmt. 3) Mikrobiomanalyse: Das Mikrobiom der Zecken wird mit 16S rRNA-Sequenzierung charakterisiert, wobei Vergleiche zwischen gestörten und ungestörten Flächen angestellt und deren Korrelation mit Krankheitserregern bewertet werden. 4) Phylogenetische und statistische Analyse: Genetische Beziehungen zwischen Zeckenpopulationen werden mit mitochondrialen Markern bewertet und phylogenetische Bäume erstellt. Statistische Modelle (GLMM, PERMANOVA) werden verwendet, um den Einfluss von Umwelt- und biotischen Faktoren auf Zeckendichte, Krankheitserregerprävalenz und Mikrobiomdiversität zu bewerten. Diese Forschung zielt darauf ab, Landnutzungsfaktoren zu identifizieren, die Zeckendichte und das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern beeinflussen. Sie untersucht, wie Waldlücken und gestörte Lebensräume das Zeckenmikrobiom und die Krankheitsergerlast beeinflussen. Außerdem wird der Einfluss der Wirtshäufigkeit und mikroklimatischer Bedingungen auf Zeckenpopulationen untersucht. Diese Studie wird das Verständnis der ökologischen Treiber zeckenübertragener Krankheiten erweitern.
DFG-Verfahren
Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Teilprojekt zu
SPP 1374:
Biodiversitäts-Exploratorien
