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BEGenDiv - Eine artenübergreifende Baseline zur genetischen Vielfalt in den Biodiversitätsexploratorien

Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Genetik und Genomik der Pflanzen
Ökologie der Landnutzung
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569065110
 
Die genetische Diversität als wichtige Ebene der Biodiversität ist in der Biodiversitätsforschung nach wie vor unterrepräsentiert, auch in den Biodiversitätsexploratorien. Um große Fragen zur genetischen Diversität und ihren Beziehungen zu Umweltfaktoren und anderen Ebenen der Biodiversität zu beantworten, brauchen wir groß angelegte standardisierte artenübergreifende genetische Analysen - die nach wie vor extrem selten sind - und eine Aggregation von Daten über viele Arten. Bisherige genetische Projekte in den Biodiversitätsexploratorien untersuchten meist einzelne oder wenige Arten, und sie bezogen nie alle EPs mit ein. Infolgedessen fehlte in großen Synthesen bisher die genetische Diversität. Wir wollen diese Lücke schließen und die Biodiversitätsexploratorien zu einem Modellprojekt für artübergreifende Analysen der genetischen Diversität machen, und zu einem Labor für die Entwicklung artübergreifender Deskriptoren der genetischen Vielfalt. Konkret schlagen wir vor, die 30 häufigsten Baum- und Straucharten in allen Wald-EPs und die 10 lokal häufigsten Gräser und Kräuter in jedem Grünland-EP zu sequenzieren. Über alle 300 EPs hinweg werden wir Proben von mehr als 100 Pflanzenarten nehmen, insgesamt >9000 Proben, die wir durch Whole Genome Sequenzierung oder Reduced Representation Sequenzierung genotypisieren werden. Die daraus resultierenden SNP-Daten werden wir verwenden, um (1) die Auswirkungen von Landnutzungsintensivierung, Habitatheterogenität und anderen Faktoren auf die genetische Alpha- und Beta-Diversität vieler Arten in Wäldern und Grünländern zu untersuchen, (2) die Zweckmäßigkeit der effektiven Populationsgröße als universellen Indikator für genetische Vielfalt zu testen, (3) zu untersuchen, wie die Antworten auf die beiden vorangegangenen Fragen von Life History-Merkmalen und anderen artspezifischen Charakteristika abhängen, und schließlich (4) arteübergreifende Deskriptoren für genetische Diversität zu entwickeln und zu testen, und diese auf die neuen, in unserem Projekt gewonnenen Daten vieler Arten anzuwenden. Unser Projekt wird erstmals eine standardisierte, artübergreifende Erhebung der genetischen Vielfalt für alle Wald- und Grünland-EPs in den Biodiversitätsexploratorien liefern. Es wird nicht nur allgemeine Antworten auf wichtige Fragen zur pflanzengenetischen Vielfalt liefern, sondern auch einen wichtigen Datensatz für künftige Synthesen und eine solide Grundlage für genetisches Monitoring bereitstellen.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
 
 

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