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Landrecht digital. Das Beispiel Dithmarschen im späten Mittelalter. Edition sowie historische und linguistische Analyse
Antragsteller
Professor Dr. Oliver Auge; Professor Dr. Michael Elmentaler
Fachliche Zuordnung
Mittelalterliche Geschichte
Germanistische Mediävistik (Ältere deutsche Literatur)
Germanistische Mediävistik (Ältere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569155833
Bei dem heute im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf verwahrten Original-Landrechtstext von 1447 handelt es sich um eine Ausnahmequelle für eine buchstäbliche Ausnahmeregion. Das beantragte Projekt umfasst die Erstellung einer digitalen Edition dieses Dithmarscher Landrechts. Sie soll mithilfe KI-gestützter Schreibwerkzeuge erstellt und dank weitgehender Softwareunabhängigkeit bei der Datenpräsentation kostengünstig realisiert werden. Ergänzt wird das Editionsprojekt durch zwei eng miteinander verwobene Dissertationsvorhaben, von denen eines den Text und seinen Kontext vorrangig aus historischer Perspektive untersuchen und sich das andere primär sprachwissenschaftlichen Fragestellungen widmen soll. Die digitale Edition soll neben dem Transkript des Textes eine Übersetzung vom Mittelniederdeutschen ins Neuhochdeutsche sowie einen Stellenkommentar enthalten. Ziel der Edition wird es sein, durch strukturierte Datenmodellierung, eine Datenbank, Algorithmen und eine Online-Präsentation mit verschiedenen Visualisierungsmethoden die relevanten geschichts- und sprachwissenschaftlichen Forschungsfragen zu verknüpfen. Die Edition wird in Form eines zeitgemäßen, niedrigschwelligen Webportals eine synoptische Darstellung von Faksimiles und Transkripten bieten sowie eine historisch-kritische Ausgabe mit Kommentar und Möglichkeit der Volltextsuche bereitstellen. Sie wird einen nachhaltigen orts- und zeitunabhängigen Open-Access-Zugriff auf die Quelle gewährleisten. Die geschichtswissenschaftliche Untersuchung soll die Umstände der Entstehung des Dithmarscher Landrechts von 1447 rekonstruieren und die weitere Entwicklung bezogen auf die beiden Revisionen der 1480er Jahre und von 1567 beleuchten. Mit Blick auf die Texte soll nach Aufbau und Inhalten, nach übergreifenden Aspekten, die sich in Dithmarschen sowie im (nord- und mittel-)europäischen Rechtskontext finden lassen, aber auch nach regionalen Besonderheiten gefragt werden. Die sprachwissenschaftliche Studie wird sich auf die sprachliche Ausgestaltung der mittelniederdeutschen Landrechtstexte im Bereich der Lexik konzentrieren. Im Rahmen einer Mehrebenenannotation wird der darin enthaltene Rechtswortschatz erstmals vollständig und systematisch linguistisch kategorisiert.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
