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Vom Labor ins Freiland: Die Reproduzierbarkeit von Tierversuchen unter Labor- und Freilandbedingungen
Antragstellerinnen
Professorin Dr. Melanie Dammhahn; Professorin Dr. Sophie Helene Richter
Fachliche Zuordnung
Biologie des Verhaltens und der Sinne
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569182440
Experimente mit Tieren werden sowohl im Labor als auch im Freiland durchgeführt. Während der erstgenannte Ansatz z. B. in der biomedizinischen oder der translationalen Forschung zum Einsatz kommt, aber auch für die Durchführung verhaltensbiologischer Versuche von Bedeutung ist, wird der letztgenannte Ansatz hauptsächlich für Versuche genutzt, die die Biologie oder Ökologie von Tieren unter natürlichen Bedingungen näher untersuchen. Dies ist jedoch nicht der einzige Unterschied: Im Labor werden Tierversuche in der Regel unter stark standardisierten und kontrollierten Bedingungen durchgeführt, um die Variation innerhalb von Versuchen zu verringern und die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse zu verbessern. Im Gegensatz dazu zeichnen sich Freilandversuche typischerweise durch eine geringere Kontrolle und eine außerordentliche Vielfalt an Versuchsbedingungen aus. Obwohl Freilandversuche somit reale Umweltbedingungen abbilden, könnte genau diese inhärente Variabilität wiederum die Reproduzierbarkeit beeinträchtigen. Mit unserem Projekt stellen wir genau diese Logik in Frage und argumentieren, dass die natürliche Zunahme an Variation in Freilandversuchen die Robustheit der Ergebnisse verbessern und damit zu einer besseren Reproduzierbarkeit beitragen kann. Um diese Voraussage zu testen und die Reproduzierbarkeit von unterschiedlich konzipierten Tierversuchen im Labor und im Freiland miteinander vergleichen zu können, planen wir drei Arbeitspakete (APs), die sich auf jeweils unterschiedliche Aspekte des „Reproduzierbarkeitsparadoxons“ konzentrieren. In AP I werden zunächst einmal die extremen Enden des Variationskontinuums gegenübergestellt und die Reproduzierbarkeit und Übertragbarkeit von Freiland- und Laborexperimenten verglichen. Da dies unweigerlich Folgefragen aufwirft, soll dann in AP II die Reproduzierbarkeit von Freilandversuchen und in AP III die von Laborversuchen näher untersucht werden. Auf Grundlage von Verhaltensversuchen mit Wild- und Labornagern, die unabhängig voneinander am selben Standort oder an unterschiedlichen Orten wiederholt werden, soll dann die Reproduzierbarkeit exemplarischer Versuchsbehandlungen untersucht werden. Wir gehen davon aus, dass das Projekt weitreichende Implikationen für die Planung und Durchführung von Verhaltensstudien haben wird und für verschiedene wissenschaftliche Disziplinen von der Ökologie über die Verhaltensbiologie bis hin zur biomedizinischen Forschung von Bedeutung sein wird.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
