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Schaltkreise zwischen Fettgewebe, Darm und Leber bei metabolischer Dysfunktion- assoziierter steatotischer Lebererkrankung
Antragsteller
Dr. Maximilian Krause, seit 1/2026; Professor Dr. Kai Markus Schneider
Fachliche Zuordnung
Gastroenterologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569298435
Die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) betrifft weltweit rund 30 % der Erwachsenen und umfasst verschiedene Stadien von Steatose bis hin zur Steatohepatitis, Fibrose und Leberversagen. Die Erkrankung ist eng mit Stoffwechselstörungen wie Übergewicht, gestörtem Glukosestoffwechsel und Bluthochdruck verknüpft. In der Entstehung und Progression der MASLD kommt es zu komplexen Wechselwirkungen zwischen Leber, Darm und Fettgewebe, die durch Ernährung, Bewegungsmangel und chronischen Stress beeinflusst werden. Dabei kann das Fettgewebe sowohl schützende als auch entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen, welche den Krankheitsverlauf das MASLD entscheidend beeinflussen. Trotz zahlreicher Studien sind die genauen Mechanismen der Interaktion zwischen Fettgewebe und Leber, insbesondere auch im Kontext von Stadienübergängen der Erkrankung (Steatose > Steatohepatitis > Fibrose) nicht ausreichend verstanden. Unklar ist überdies die Rolle der verschiedenen Fettgewebskompartimente (weißes vs. braunes Fettgewebe vs. Immunzellen) für die Pathophysiologie in den verschiedenen Erkrankungsstadien. Basierend auf publizierten Daten und eigenen Vorarbeiten, stellt dieses Projekt die übergeordnete Hypothese auf, dass eine gestörte Funktion des Fettgewebes eine zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der MASLD spielt. Wir vermuten, dass eine veränderte Lipidspeicherkapazität, eine erhöhte Sekretion von inflammatorischen Zytokinen (insbesondere IL-6) und eine dysregulierte Adipokin-Signalübertragung im Fettgewebe als zentrale Triebkräfte für die Leberentzündung, die systemische Glukoseintoleranz und die Dysfunktion der Darmbarriere fungieren, die alle zum Auftreten und Fortschreiten der MASLD beitragen. Das Projekt stützt sich auf einen translationalen Ansatz, der sowohl klinische Kohorten als auch funktionelle In-vivo- und In-vitro-Experimente umfasst und modernste Techniken der Hepatologie, Genomik und Bioinformatik einbezieht. In der Untersuchung der Fettgewebs-Leber-Darm Achse, haben wir drei spezifische Teilziele definiert, die jeweils in einem entsprechenden Arbeitspaket (WP) bearbeitet werden. WP1: Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Fettgewebe, Leber und Darm im Verlauf der MASLD mittels multi-omischer Charakterisierung in humanen Kohorten. WP2: Untersuchung der Funktion des Fettgewebes durch experimentelle Modelle, um Erkenntnisse aus den Humanstudien zu validieren und mechanistische Zusammenhänge zu klären. WP3: Erforschung der Rolle von IL-6 als zentrales Zytokin aus dem Fettgewebe, das die Entzündung fördert, die Darmbarriere schwächt und die Leber schädigt. Ein besseres Verständnis des Wechselspiels zwischen Fettgewebe, Leber und Darm in der MASLD-Entwicklung und Progression könnte zu neuen therapeutischen Ansätzen führen, um die Krankheitsprogression aufzuhalten.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Ehemaliger Antragsteller
Dr. Andreas Dahl, bis 1/2026
