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Untersuchung der Rolle von Gewebe-residenten Gedächtnis T-Zellen und Interleukin-7 beim Übergang von akuter Entzündung zu chronischem Schleimhautschaden bei Morbus Crohn
Antragstellerin
Dr. Annerose Eleonore Ziegler
Fachliche Zuordnung
Gastroenterologie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569322949
Morbus Crohn ist eine autoimmunvermittelte chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), die den gesamten Gastrointestinaltrakt betreffen und zu persistierender Entzündung führen kann. Pathogene, insbesondere enterale Virusinfektionen, wurden als Umweltfaktoren impliziert, die chronische Entzündungsprozesse initiieren und aufrechterhalten, wodurch sie potenzielle Auslöser für Krankheitsverschlechterungen darstellen. Während Rotavirus (RV)-Infektionen üblicherweise nicht als Trigger für Schübe bekannt sind, könnte das Virus bei seropositiven Patienten rasch eliminiert werden, sodass es in nachfolgenden diagnostischen Tests nicht mehr nachweisbar ist. Infolgedessen könnte die Infektion als potenzieller Auslöser eines Schubs unerkannt bleiben. Das Verständnis der Immun-Stroma-Epithel-Interaktionen im intestinalen Mikromilieu ist entscheidend, um die komplexen Mechanismen der CED-Pathogenese zu entschlüsseln. Wir vermuten, dass IL-7 eine zentrale Rolle beim Übergang von akuter Entzündung zu chronischer mukosaler Schädigung nach enteralen Virusinfektionen bei CED spielt, wobei gewebsresidente T-Zellen (TRM) eine Schlüsselrolle einnehmen. Um dies zu untersuchen, werden wir Ileum-Air-Liquid-Interface (ALI)-Organoide nutzen, um eine RV-induzierte epitheliale Infektion und Immunaktivierung zu modellieren. Ziel ist es, die Mechanismen zu erforschen, durch die enterale Virusinfektionen Entzündungen fördern und die mukosale Heilung bei CED beeinträchtigen. Insbesondere werden wir analysieren, wie IL-7-vermittelte Immunreaktionen nach einer Virusinfektion die epitheliale Integrität stören und chronische Entzündungsprozesse begünstigen, um den Einfluss viraler Infektionen auf Schübe zu beleuchten. Da RV primär den Dünndarm infiziert und Morbus Crohn – obwohl es den gesamten Gastrointestinaltrakt betreffen kann – häufig mit einer terminalen Ileitis assoziiert ist, konzentriert sich diese Studie auf ALI-Organoide, die aus Ileum-Biopsien gewonnen wurden, und deren Relevanz für Morbus Crohn. Durch den Einsatz von Ileum-ALI-Organoid-Modellen versuchen wir die zugrunde liegenden Mechanismen aufzuklären, durch die enterale Virusinfektionen zur Pathogenese der CED beitragen, und potenzielle therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren. Insbesondere soll untersucht werden, wie IL-7-vermittelte Immunantworten die epitheliale Integrität beeinträchtigen und chronische Entzündungen aufrechterhalten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden das Zusammenspiel zwischen Infektionen und Morbus-Crohn-Schüben besser verständlich machen und potenziell neue therapeutische Ansätze zur Verhinderung des Übergangs von akuter Entzündung zu chronischer Gewebeschädigung aufzeigen.
DFG-Verfahren
WBP Stipendium
Internationaler Bezug
USA
Gastgeber
Professor Dr. Calvin Kuo, Ph.D.
