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Die Kleine Entente in Geschichte und Politik. Diskurse und Politik zur Überwindung von Kleinheit
Antragsteller
Privatdozent Dr. Dietmar Müller
Fachliche Zuordnung
Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569333576
Das Projekt konzentriert sich auf die Kleine Entente – einen regionalen Pakt zwischen der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien in der Zwischenkriegszeit - und fragt, warum und wie diese sicherheitspolitische Zusammenarbeit auf politische, kulturelle und wirtschaftliche Bereiche übergriff und inwieweit dies durch die Selbstwahrnehmung der Kleinheit dieser Länder bedingt war. Während die gegenwärtige Forschung die Kleine Entente von ihrem Ende her betrachtet - entweder als Scheitern einer anfänglich vielversprechenden Idee aufgrund äußerer Faktoren oder als einen regionalen Pakt, der von Anfang an zum Scheitern verurteilt war -, betrachtet das vorgeschlagene Projekt die Kleine Entente in ihrer Zeit und nimmt die offenen Horizonte ernst, wie sie den zeitgenössischen Akteuren erschienen. Mit Hilfe neuer kulturgeschichtlicher Ansätze fragt es nach den Möglichkeiten und Grenzen der Kleinen Entente als Mittel zur Überwindung der chronischen "Kleinheit" dreier mittelgroßer Staaten in einem neuen postimperialen Ostmitteleuropa. Auf diese Weise wirft das Projekt neues Licht auf die Geschichte der Kleinen Entente, ihre Potenziale und internen Unzulänglichkeiten und trägt zu einer allgemeineren Diskussion über "Kleinheit" in den internationalen Beziehungen bei.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Tschechische Republik
Kooperationspartner
Professor Dr. Adrian Brisku
