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Die historische Entwicklung der englischen Varietäten Singapurs and Hongkongs: Archivbelege für kontaktinduzierte Grammatikalisierung
Antragstellerin
Dr. Lijun Li
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Einzelsprachwissenschaften, Historische Linguistik
Einzelsprachwissenschaften, Historische Linguistik
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569697458
Die Studie zielt darauf ab, die Frage zu erforschen, welche Sprache als Modell in der Forschung zur kontaktinduzierten Grammatikalisierung dient und welche Faktoren ihre Auswahl bestimmen, mit einem Schwerpunkt auf dem Englisch Singapurs. In einem Großteil der bisherigen Forschung zur kontaktinduzierten Grammatikalisierung wurde die Modellsprache als das Äquivalent des „Substrats“ oder der Erstsprache der Sprecher verstanden, die eine neue, replizierte Sprache im Kontakt übernehmen. Dies wurde jedoch in den Theorien von Heine und Kuteva (2003, 2005, 2011) nie explizit angegeben. Im Singapur Englisch, als ein Beispiel, ist die Modellsprache in vielen Fällen eine sinitische Sprache, etwa Southern Min oder Kantonesisch, obwohl auch eine Vielzahl von Modellsprachen in der Region, die von Sprechern des Malaiischen und südasiatischer Sprachen bewohnt wird, Kontakteinflüsse bieten können. Neuere Studien weisen jedoch darauf hin, dass die Modellsprache in manchen Fällen die Sprache der Replikation (häufig als lexifier bezeichnet) sein könnte, da die Kontaktsprache (oder replica language) Stadien der Grammatikalisierung zeigt, die früheren Entwicklungsstufen im lexifier selbst ähneln, entweder indem sie Grammatikalisierungsstadien vor dem Kontakt oder zum Zeitpunkt des Kontakts nachbildet (siehe retentionist theory in Pietsch 2009 und replication by recapitulation in Ziegeler 2014, 2016). Die Hauptziele der Studie sind daher: (i) die Faktoren zu isolieren, die die Auswahl der Modellsprache im Kontakt bestimmen, sei es die Erstsprache des Sprechers oder die replica language, und die Beziehung des Kontakts zur Auswahl der Modellsprache zu bewerten; (ii) zu untersuchen, welche Faktoren Sprecher dazu veranlassen, in Kontaktsituationen nach einer Modellsprache zu suchen, um neue Sprachgebrauchsmuster zu schaffen; (iii) die Rolle der Grammatikalisierung in diesem Prozess zu bestimmen (als entweder beschleunigender oder hemmender/antreibender Faktor) und (iv) den Beitrag der Rekapitulation in diesem Prozess zu ermitteln.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Frankreich, Singapur
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Professor Dr. Zhiming Bao; Professorin Dr. Debra Ziegeler
