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Lachen auf Sendung. Bundesrepublikanische Fernseh- und Radiokomik in der Transformationsphase der langen 1960er Jahre

Fachliche Zuordnung Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569942503
 
Hauptziel des Projekts ist es, Formen und Funktionen von Fernseh- und Radiokomik in der alten Bundesrepublik Deutschland in den langen 1960er Jahren erstmals wissenschaftlich zu erschließen, insbesondere Typen von Bezugnahmen dieser in den tertiären Massenmedien verbreiteten Komik auf Geschichte und Sozialstruktur der alten BRD zu ermitteln wie auch Referenzen auf den gesellschaftlichen Transformationsprozess der langen 1960er Jahre herauszuarbeiten. Im Zentrum steht die Frage, wie komische Formate an der Konstruktion und Rekonstruktion des (Selbst-)Bildes der alten BRD teilhatten, gesellschaftliche Normen und Werte reflektierten und damit potentiell zu deren Verfestigung bzw. Veränderung beitrugen. Nachgezeichnet werden soll somit die Funktion von Komik in Fernsehen und Radio im Übergang zu einer postmaterialistischen Gesellschaft im Kontext der medialen Ausdifferenzierung dieser Zeit. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass das Fernsehen als neu etabliertes Leitmedium in den langen 1960er Jahren komische Formate von fernsehgeschichtlich einmaliger Breitenwirkung hervorbrachte, während sich das Radio (als konkurrierendes Massenmedium) wenigstens in Teilen zu einem Experimentierfeld für alternative Komikformen entwickelte. Angesichts der bislang begrenzten Forschung zur komisch-medialen Massenkultur dieser Zeit hat das Projekt explorativen Charakter: Im ersten Teilprojekt soll es eine systematische Sichtung von Fernseharchivmaterial ermöglichen, exemplarische Formate und Sendungen zu identifizieren und ihre komischen Strategien zu analysieren. Ziel ist hier vorrangig eine Typologie der komischen Formen im Leitmedium Fernsehen der langen 1960er Jahre mit Bezugnahme auf die darin reflektierten Selbstbilder und Veränderungsprozesse der BRD-Gesellschaft. In Form einer Fallstudie zu Heino Jaegers radiophonem Werk wird in einem zweiten Teilprojekt außerdem die Komik im alten Leitmedium Radio in den Blick gerückt. Nachgezeichnet wird exemplarisch, wie das Radio innovative komische Formate hervorbrachte, die teilweise später ins Fernsehen übergingen. Beiden Teilprojekten gemeinsam ist, dass sie die besondere Relevanz komischer Sendeformate für die Reflexion sozialer Transformationsprozesse in den Blick rücken. Das Projekt kann so im Sinne einer Modellstudie zur Funktion von Komik in soziokulturellen Transformationsprozessen aufgefasst werden.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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