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Die Rolle des organischen Anionentransporters 1 bei der Modulation der strukturellen und funktionellen Plastizität im Hippocampus.
Antragstellerin
Professorin Dr. Daniela Mauceri
Fachliche Zuordnung
Molekulare Biologie und Physiologie von Nerven- und Gliazellen
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 570478409
Neuroplastizität wird definiert als die Fähigkeit des zentralen Nervensystems (ZNS), sich durch funktionelle oder strukturelle Reorganisation seiner Verbindungen an Reize anzupassen, was kognitive Prozesse wie Lernen und Gedächtnis ermöglicht. Diese Umgestaltung erfolgt auf mehreren Ebenen: synaptische Stärke, Rezeptorzusammensetzung und dendritische Architektur. Während Neuroplastizität für adaptives Lernen unerlässlich ist, kann sie auch zu Fehlanpassungen wie Sucht oder chronischen Schmerzen führen. Wir haben kürzlich den Organischen Anionentransporter 1 (OAT1) als Modulator beim Übergang von akuten zu chronischen Schmerzen identifiziert. Unsere Vorarbeiten unterstützen die Hypothese, dass OAT1 im Hippocampus exprimiert wird und dort adaptive Prozesse durch Modulation der synaptischen Proteinzusammensetzung und Signalwege beeinflusst, was sich auf das hippocampusabhängige Gedächtnis auswirkt. Durch einen systematischen multidisziplinären Ansatz schlagen wir vor, zunächst die von OAT1 im ZNS transportierten Metaboliten zu charakterisieren, dann zu untersuchen, wie OAT1 hippocampusabhängiges Verhalten moduliert, gefolgt von der Erforschung zugrunde liegender synaptischer Signalmechanismen und struktureller Plastizitätsveränderungen. Mit komplementären Techniken, darunter Metabolomik, Verhaltenstests, elektrophysiologische Aufzeichnungen und Strukturanalysen in In-vitro- und In-vivo-Modellen, wollen wir ein umfassendes Verständnis der Rolle von OAT1 in der hippokampalen Plastizität gewinnen. Diese Forschung könnte neuartige Mechanismen aufdecken, die adaptiver und maladaptiver Plastizität zugrunde liegen, mit möglichen Implikationen für neurologische und kognitive Störungen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortliche
Professor Dr. Andreas Draguhn; Professorin Dr. Ana M. M. Oliveira
