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Diversität, Paläobiologie und Evolutionsgeschichte der Seeigel im Paläozoikum
Antragsteller
Professor Dr. Jes Rust
Fachliche Zuordnung
Paläontologie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 570571521
Seeigel (Echinodermata: Echinoidea) bilden eine bedeutende und gut untersuchte Gruppe mariner Organismen in mesozoischen und känozoischen Ökosystemen, doch weit weniger ist über ihre paläozoischen Vertreter bekannt, da diese ein geringeres Fossilisations-Potenzial aufweisen. Frühere Arbeiten haben den Fokus vor allem auf systematische Beschreibungen gelegt, während paläobiologischen Aspekten oder Diversitäts-Mustern im Laufe des Paläozoikums nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Vorangegangene Forschung zu Seeigel-Fossilien aus dem Oberdevon von Deutschland hat eine mögliche Verbindung zwischen bedeutenden evolutionären Entwicklungen innerhalb der Echinoidea und den globalen Veränderungen durch die spätdevonischen Aussterbe-Ereignisse etabliert. Im Rahmen des beantragten Projekts sollen hunderte gut erhaltene Fossilien vor allem aus dem Devon und Mississippium des Rheinischen Schiefergebirges, die seit Jahrzehnten unbeschrieben geblieben sind, mithilfe moderner Methoden wie Digital- und Rasterelektronen-Mikroskopie sowie Micro-CT-Scans untersucht werden. Dies wird dazu beitragen, bedeutende Lücken im bekannten Fossilbericht zu schließen und wird die formale Beschreibung zahlreicher neuer Arten sowie wichtige Revidierungen der Klassifikation paläozoischer Seeigel auf Familien-Ebene zum Ergebnis haben. Weiterhin soll eine detaillierte Analyse der Funktionsmorphologie aller Gruppen paläozoischer Seeigel, mit besonderem Fokus auf den Kieferapparat, gemacht werden, um in Kombination mit Daten zu Habitat-Präferenzen zu fundierten Hypothesen der Lebensweise zu gelangen. Datensätze aller paläozoischen Seeigel auf Art-, Exemplar- und Lokalitäts-Ebene sollen mithilfe moderner statistischer Methoden analysiert werden, um Diversitäts-Muster im Paläozoikum zu untersuchen und mögliche Verbindungen zu globalen Aussterbe-Ereignissen zu prüfen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Großbritannien
Kooperationspartner
Dr. Jeffrey R. Thompson
