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Unbekannte Enkomien auf den koptischen Heiligen Schenute von Atripe (4./5. Jh.): kritische Edition, Übersetzung und Untersuchungen einer neu entdeckten arabischen Handschrift

Antragsteller Dr. Samuel Moawad
Fachliche Zuordnung Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 570867910
 
Schenute von Atripe († 450/465) ist zweifellos der bekannteste und einflussreichste koptische Schriftsteller des spätantiken Ägyptens. Schon in seiner Jugend trat er in das monastische Leben ein und wurde später Abt von zwei Männerklöstern, die heute wieder von Mönchen bewohnt werden, sowie von einem Frauenkloster. Darüber hin-aus war Schenute ein eloquenter Prediger und produktiver Schriftsteller. Er verfasste neun Bände von Kanones, acht Bände von Reden und zahlreiche Briefe. Leider hat sich nur ein fragmentarischer Teil seines literarischen Werks erhalten. Eine hagiographische Lebensbeschreibung von Schenute, die sogenannte „Vita Sinuthii“, ist in Bohairisch-Koptisch, Arabisch, Äthiopisch und Syrisch vollständig über-liefert. Einige Fragmente in Sahidisch-Koptisch sind ebenfalls erhalten. Jede Version der „Vita Sinuthii“ spiegelt eine eigene Überlieferungsgeschichte wider. Im Rahmen der Suche nach bisher unbekannten Quellen, die mit Schenute von Atripe in Verbindung stehen, entdeckte der Antragsteller eine umfangreiche arabische Hand¬schrift, die verschiedene Vitae bzw. Enkomien auf Schenute enthält und höchstwahr¬scheinlich aus dem Koptischen übersetzt wurde. Die Handschrift befindet sich in der Handschriftenbibliothek des koptisch-orthodoxen Patriarchats in Ägypten und gehört zu einer neu erworbenen Sammlung, weshalb sie in keinem veröffentlichten Katalog verzeichnet ist. Die Handschrift bietet neues Material, das aus anderen Quellen nicht bekannt ist, und gewährt interessante Einblicke in das Nachleben von Schenute und seiner Vita in der kopto-arabischen Literatur. Darüber hinaus wird sie unser Verständnis der Überlie-ferungs- und Redaktionsgeschichte der Vita Sinuthii wesentlich erweitern. Dieses Forschungsprojekt beabsichtigt, diese bedeutende Handschrift der Fachwelt in Form einer Edition mit Übersetzung und Kommentar zugänglich zu machen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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