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Das dynamische Zusammenspiel von Persönlichkeit, sozialen Interaktionen und Wohlbefinden im täglichen Leben
Antragstellerin
Dr. Eva Bleckmann
Fachliche Zuordnung
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 571928805
Erfüllende soziale Interaktionen sind für das menschliche Wohlbefinden essentiell. Obwohl sozialen Bedürfnisse universell sind, unterscheiden sich Individuen erheblich darin, wie viel Wohlbefinden sie aus sozialen Interaktionen ziehen, wie verschiedene Arten sozialer Interaktionen ihr Wohlbefinden im Alltag beeinflussen und wie diese Muster sowohl zwischen Personen als auch innerhalb derselben Person über die Zeit und Situationen hinweg variieren. In den letzten Jahrzehnten haben Studien mit der Experience Sampling Methode (ESM) Einblicke in die Art und Weise gegeben, wie Individuen alltägliche soziale Interaktionen navigieren und Wohlbefinden daraus schöpfen. Dabei betonen die Ergebnisse die Bedeutung des dynamischen Zusammenspiels zwischen Persönlichkeits- und Situationsmerkmalen. Trotz bedeutender Fortschritte durch ESM-Studien bestehen weiterhin kritische Lücken im Verständnis solcher dynamischen Zusammenhänge. Empirische Herausforderungen ergeben sich etwa durch unterschiedliche Konzeptualisierungen von Dynamiken und verschiedene Zeitrahmen, die zur Erforschung genutzt werden. Zu den methodischen Herausforderungen gehören die Messung momentaner Persönlichkeits- und Situationsmerkmale und die Modellierung komplexer Dynamiken über die Zeit. Insgesamt zeigt sich, dass es in der Forschung zum dynamischen Zusammenspiel von Persönlichkeit, sozialen Interaktionen und Wohlbefinden trotz der Verfügbarkeit umfangreicher ESM-Datensätze sowohl an konzeptioneller als auch methodischer Konsistenz mangelt. Um diese Herausforderungen anzugehen, bringt das geplante Netzwerk 10 Jungwissenschaftler*innen mit Expertise zu Persönlichkeitsprozessen, soziale Dynamiken, Wohlbefinden und statistischer Modellierung für ESM-Daten zusammen. Der Fokus liegt auf zwei Hauptzielen: Erstens zielt das Netzwerk darauf ab, bestehende ESM-Daten systematisch zu integrieren, um Wissen über die intrapersonellen Dynamiken von Persönlichkeit und sozialen Interaktionen und deren Auswirkungen auf das Wohlbefinden zu testen, zu verfeinern und zu erweitern. Zweitens strebt das Netzwerk die Entwicklung einer umfassenden methodischen Toolbox an, die es ermöglicht, das dynamische Zusammenspiel von Persönlichkeit und sozialen Interaktionen sowie die Auswirkungen auf das Wohlbefinden zu untersuchen. Mit diesen beiden übergreifenden Zielen möchte das Netzwerk drei zentrale Ergebnisse liefern: (1) wissenschaftliche Publikationen in Form von systematischen Reviews und empirischen Arbeiten zur Integration und Erweiterung des aktuellen Kenntnisstands zu Persönlichkeits-Situation-Interaktionen, dynamischen Persönlichkeitsprozessen und Wohlbefinden; (2) methodische Empfehlungen für die Itemauswahl in ESM-Studien und reproduzierbaren statistischen Code, die in Publikationen und Workshops bereitgestellt werden; und (3) die Stärkung von Jungwissenschaftler*innen durch Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit, was in der gemeinsamen Erstellung von weiterführenden Forschungsanträgen münden soll.
DFG-Verfahren
Wissenschaftliche Netzwerke
Mitverantwortlich(e)
Dr. Lara Kröncke
